Karibik – Tagebuch – III – Stingray City, Starfish Beach und Rum Point
Seite 14 – Begegnung mit nicht so ganz „wilden“ Tieren…
08.03. 2026
Wir ankern am nördlichen Ende von Grand Cayman, direkt vor der Starfish Beach und beobachten von unserem Boot aus das rege Treiben der Besucher, die den ganzen Tag mit Bootszubringern Kommen und Gehen. Ein so großes Menschengewimmel sind wir gar nicht mehr gewohnt.
Am Sonntag ist nach Cruiseship – Plan ein kreuzfahrtschifffreier Tag und den wollen wir nutzen um ungestört Stingray City einen Besuch abzustatten. Wir stehen dafür sogar zusätzlich noch extra früh auf – für unsere Verhältnisse. Um 8:00 Uhr sitzen wir bereits gefrühstückt im Dinghy und fahren hinaus aufs Meer Richtung Stingray City. Vorbei an der Starfish Beach, die menschenleer ist.
Rund 2,5 Kilometer müssen wir mit dem Dinghy auf Meer hinaus um Stingray City zu erreichen. Wir sind eine ganze Zeit unterwegs weil wir langsam fahren müssen, zum einen, weil bei dem glasklaren Wasser manchmal die Tiefe schlecht abschätzbar ist und wir nicht auflaufen wollen, zum anderen weil das Meer ein bisschen wellig ist – zumindest aus Dinghysicht.
Als wir ankommen, sind wir schon nicht mehr die Ersten auf der Sandbank von Stingray City. Das hatten wir uns exklusiver vorgestellt, doch wir stellen schnell fest, es werden kontinuierlich mehr Boote. Die Stimmung ist trotzdem freundlich und entspannt – man hilft sich gegenseitig und dann ist Platz für alle .
Es wimmelt nicht nur von Menschen, auch zahlreiche Stingrays lassen sich im hüfthohen klaren Wasser ausmachen, zumal jedes ankommende Boot erst einmal neugierig (und hungrig) begrüßt wird. Es sind auf den ersten Blick unglaublich viele und sie sind unglaublich groß. Kleinere Stachelrochen haben wir immer wieder mal beim schnorchelnd angetroffen aber diese hier haben eine Spannweite von bis zu 1,50 Meter.
Wir kommen den Tieren unglaublich nahe, an Menschen gewöhnt umschwimmen sie die zahlreichen Besucher elegant und so können wir in dem flachen Wasser dem ein oder anderen Tier direkt in die Augen schauen und Bernd kann seine Unterwasserkamera zum Einsatz bringen.
Anschließend wollen wir zurück um die Starfish Beach um den Strand ganz für uns zu genießen, doch auch hier hat sich der Strand mittlerweile mit Menschen gefüllt.
Die Boote aus Stingray – City machen anschließend auch hier Station und so gibt es ein Wiedersehen. Dabei erfahren wir einen interessanten Fakt. Die Seesterne wohnen gar nicht am Strand. Sie leben in den Seegraswiesen – ihren Futterstellen – rund um die Bucht und werden morgens von den Guides eingesammelt und stylisch auf die Beach gelegt (klingt so ein bisschen wie Ostereiersuchen). Da sie nicht gut zu Fuss sind brauchen sie einige Zeit um vom Sand wieder in das tiefer liegende Seegras zu verschwinden. Sie sind also auf jeden Fall gar nicht freiwillig hier. Die Besucher freuen sich inzwischen wie Bolle, wenn sie einen Seestern im seichten Wasser „finden“…
Ich entdecke aber einen anderen Strandbewohner, der mich immer wieder auf Neue fasziniert, einen Einsiedlerkrebs.
Die kleinen Krebse in ihren Schneckenhäusern sind unglaublich flink unterwegs.
Nach unserem Stopp an der sich füllenden Starfish Beach fahren wir mit dem Dinghy weiter zu einer Bucht, in der man biolumineszierendes Plankton beim Leuchten beobachten können soll. Dieses Phänomen ist nur in dunklen Nächten zu beobachten, aber da die Orientierung im Dunkeln nicht so einfach und das Wasser an einigen Stellen sehr flach ist wollen wir uns im Hellen ansehen, wie die Gegebenheiten sind.
Erstaunt sind wir darüber, dass diese Bucht von Strandvillen umgeben ist – bevorzugte Wohnlage würde ich sagen – ob es da nachts für Beobachtungen ausreichend dunkel ist…?
Wir fahren mit unserem Dingy noch bis wir das Riff erblicken, welches der Nordküste am sogenannten Rum Point vorgelagert ist. Das Brechen der Wellen, wie von einer Schnurr gezogen zeigt die Untiefe des Riffs an. Unser Dinghy bietet für uns dort keinen guten Ausgangspunkt für eine Schnorcheltour, daher entscheiden wir uns diesen Teil der Insel Morgen mit den E-Rollern von der Landseite aus zu erschließen.
Am Ende der Tour fahren wir noch zur Kabo – Marina und schauen uns die Situation am Dinghysteg an. Hier werden wir unsere Scooter gut an Land heben können.
Dann geht es zurück zur Joline – ein ereignisreicher Tag neigt sich dem Ende, wir haben viele neue Eindrücke gesammelt, wenn auch nicht ganz so menschenleer wie erhofft…