Karibiktagebuch III 21 Negril Savanna la Mar
Tagebuch Karibik III,  Jamaika

Karibik – Tagebuch III – Ostertage an der Südküste von Jamaika

Seite 21 – Da waren´s nur noch drei…

03.04. – 05.04.2026

Am frühen Morgen verlassen Zsuzsanna und David das Boot um den Zubringerbus zum Flughafen in Montego Bay zu erreichen.

Sabine – unser Schwimmass – erkundet währenddessen das Meer und den Strand. Die Touriboote bringen immer wieder Gäste an unserem Boot vorbei zu einem Riff in dem dann in Gruppen geschnorchelt wird.

Da das Wasser hier kristallklar ist, wollen wir natürlich auch sehen, was es dort unter Wasser zu beobachten gibt. Wir ziehen also mit „Joline“ um und ankern vor dem Schnorchelhotspot.

Sabine in Aktion
Sabine schwimmt täglich ihre Meilen in Meer.

Das Ergebnis ist allerdings unspektakulär – es gibt wenig zu sehen – immerhin wird Sabine von einer Gruppe Sergant Major Fischen umkreist, die mit ihrer gelb- schwarz gestreiften Färbungen ein echter Hingucker sind.

Wir segeln noch ein paar Meilen weiter die 7-Mile-Beach entlang und legen uns vor den Stadtkern von Negril. Mit dem Dinghy fahren wir zum Negril River – ein Mangrovenfluss der sich weit ins Landesinnere zieht. Er sieht versandet aus und im ersten Moment bezweifeln wir, dass wir ihn befahren können. Dann beobachten wir die Taktik eines einheimischen Bootes das sich seitlich an der Sandbank vorbeidrückt.

Was der kann, können wir auch und so folgen wir der Spur des Einheimischen, vorbei an einer einfachen Siedlung der Einheimischen, weiter den Fluss hinauf, vorbei an vielen einheimischen Vögeln.

River Negril TB
Der River Negril ist ein wahres Vogelparadies

Nachdem wir den Fluss und seine Tierwelt ausgiebig erkundet haben machen wir uns auf den Rückweg und auf die Suche nach einem Anlandeplatz für unser Dinghy. Das gestaltet sich – mal wieder – äußerst schwierig. Etwas ausserhalb finden wir einen kleinen öffentlichen Sandstrand wo wir anlanden und das Dinghy an einem Baum festmachen können. Denn Stadtkern haben wir hier schon lange hinter uns gelassen. Also streichen wir Einkaufen und setzen uns in ein örtliches Restaurant am Meer.

Wir bekommen nicht nur ein leckeres Essen sondern auch Livemusik von einer Drei – Mann – Combo mit Gesang. Die Boys machen seid 50 Jahren Musik und haben eine Mischung aus Reggea und Blues entwickelt – gar nicht schlecht. So haben wir einen schönen Abend bei gutem Essen und chilliger Musik.

Combo
Die Jamaikacombo macht gute Musik und spielt wohl schon seit vielen Jahren gemeinsam.

Da es mit dem Einkauf nicht geklappt hat laufen wir als nächstes das Örtchen Savanna la Mar an. Wir erreichen nun das Gebiet wo der verheerende Hurrikan „Melissa“ – ein Wirbelsturm der höchsten Kategorie – auf Land getroffen ist. Wir sind das einzige Boot in der idyllischen Bucht. Doch schon von hier aus können wir die Spuren der Verwüstung sehen.

Als wir am Ostersonntag zum Frühstück aufstehen, haben wir Besuch, ein Ammenhai hat es sich vor unserem Boot zum Schlafen gemütlich gemacht.

Hai vor dem Boot am Ostersonntag
Mit der Unterwassercam haben Bernd und ich uns aufgemacht um unseren Haibesuch auf Kamera zu bannen.

Nachdem wir Sabine versichern konnten, dass diese Haie für Menschen ungefährlich sind, macht sie sich schwimmend auf Richtung Land um dort erste Eindrücke zu sammeln. Dort trifft sie auf zwei Fischer, die ziemlich in Sorge sind, ob es die kleine weisse Frau alleine zurück zum weit in der Bucht liegenden Kat schafft. So sammeln sie sie kurzerhand ein und bringen sie mit ihrem Boot zu uns zurück… wenn die wüssten, dass diese Schwimmmarathons zu Sabines normalen Morgenprogramm gehören…

Laut Internet gibt es mehrere Supermärkte direkt in Strandnähe, die auch am Ostersonntag geöffnet haben. Also machen wir uns auf um zu schauen, ob wir unsere Lebensmittelbestände hier auffrischen können. Eine Gruppe Kinder vergnügt sich auf dem zerstörten Betonsteg im und am Wasser und wir werden mit lauten Hallo begrüßt. Bei dem Versuch eine Anlandestelle für unser Dinghy zu finden tuckern wir die kleine Küste rauf und runter, werden aber irgendwie nicht fündig. Als wir es nahe des Betonsteg versuchen stürzen sich die Kidis vom Steg ins Wasser und schon bald haben wir das Dinghy voller Kinder. Da ich Lutscher und Bonbons dabei habe sind bald alle fröhlich am Lutschen und am Kauen.

Besuch am Boot
Bootsfahren ist bei den Jungs von Savanna la Mar sehr beliebt

Gemeinsam fahren wir nun mit Beratung die Küstenstrecke nochmals ab – die Verständigung ist nicht immer so einfach – zwar ist hier Englisch Amtsprache, aber untereinander spricht man hier einen kreolischen Dialekt – da mischen sich die Sprachen schonmal durcheinander. Nach einigem Hin – und Her befinden die Jungs, dass wir am Betonsteg an Land müssen, dort ist auch die Hauptstraße – oder das was davon noch übrig ist. Behände hüpfen sie aus dem Dinghy und dann werden wir mit vereinten Kräften an Land gezogen. Über Steinruinen geht es in die Stadt.

Hier hat man sich nach dem Unglück arrangiert. Holzstände entlang der Straße bieten Fisch, Fleisch und Gemüse. Einer der älteren Jungen hat sich gleich als Begleitung angeboten um uns durch die Stadt zu lotsen. Wir kaufen an den Marktständen frisches Gemüse und eine Ananas. Obst ist hier kaum zu bekommen und wenig ansprechend, auch das Angebot an Fisch ist eher kümmerlich .

Am Marktstand
Mit Notbehelfen läuft der Alltag weiter in Savanna la Mar – das Angebot ist eingeschränkt aber reichhaltig.

In den Supermärkten bekommen wir Brot, Nudeln und Getränke – Mineralwasser kennt man hier aber nicht. Ein Blick in die Fleischbestände lässt uns Beschließen, es in den nächsten Tagen lieber vegetarisch zu versuchen. Die Bezahlung geht hier nur noch mit Bargeld, aber der Bankautomat funktioniert und so können wir unsere Geldbestände aufstocken.

Einkauf in Savanna la Mar
Wir konnten unsere Vorräte wieder auffüllen

Dann geht es zurück zum Boot, von allen Seiten werden wir begrüßt – Sabine, unsere Streckenschwimmerin, war ja schon am Strand und hatte Kontakte geknüpft. Eine weiße Frau mit Gummikappe und Schwimmbrille, die weit aufs Meer hinaus schwimmt – das löst hier Verwunderung und Erstaunen aus und hat sich wohl schnell rumgesprochen.

Am Boot werden wir schon erwartet, mit vielen Händen sind die Einkäufe schnell verstaut und mit vereinten Kräften sind wir ruckzuck wieder aus der Bucht raus – natürlich wieder belagert von all den kleinen Schwimmern die jetzt mitfahren wollen zum Katamaran.

Anlegeplatz Savanna la Mar
Freizeit zwischen Ruinen und auch ein Plätzchen für unser „Soeckchen“

Wir fahren ein Stück aufs Meer hinaus, vorbei am Betonponton und der Mut der Mitfahrer sinkt – so gut sind die Schwimmtechniken hier nicht und es machen sich Bedenken breit, wer wohl zurückschwimmen kann. Also fahren wir wieder ein Stück zurück und die fröhliche Truppe stürzt sich zurück ins Meer. Fröhlich winkende nehmen wir Abschied.

Wir verstauen unsere Ausbeute an Land und setzen die Segel – weiter geht es zum nächsten Stopp – Black River – hier erwarten uns die Krokodile…

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