Dinghyfahrt auf dem längsten Fluss von Jamaika – Neubeginn nach dem Hurrikan im Oktober 2025
Der Black River im Süden Jamaikas ist einer der bekanntesten und längsten Flüsse der Insel – und gleichzeitig ein faszinierendes Natur- und Ökosystemgebiet, das weit mehr ist als nur eine Wasserstraße. Besonders rund um die gleichnamige Stadt Black River zeigt sich eine Mischung aus Geschichte, Mangrovenlandschaften und tropischer Tierwelt.
Seine Besonderheit liegt in seinem langsamen, dunklen Verlauf durch ein riesiges Feuchtgebietssystem. Sein dunkles Wasser entsteht durch organische Ablagerungen aus den umliegenden Sümpfen – daher auch der Name „Black River“.
Der Black River mündet an der gleichnamigen Stadt in das Karibische Meer.An der Mündung starten Bootstouren um das Feuchtbiotop des Black Rivers zu erkunden und vor allem um Krokodile zu sehen, die hier zu Hause sind.Als am 28.10.2025 ein Hurrikan der Höchststufe 5 hier auf Land traf war auch die Natur massiv betroffen. Die Vegetation sieht in weiten Teilen immer noch wie eine Geisterlandschaft aus.Boote wurden durch den Wirbelsturm, der in der Spitze 295 km/h Geschwindigkeit entwickelt hat, an die Ufer gedrückt und versenkt.Im Farbspiel mit Wasser und Himmel bekommt das Szenario manchmal etwas Mystisches.Mit unserem Dinghy fahren wir rund zwei Stunden den etwa 53 km langen Fluss hinauf.Kuhreiher nisten in Kolonien in dem blattlosen Geäst – hier ein Nest mit JungenWasserhyazinthen treiben im Wasser und verfangen sich in den Wurzeln der Mangroven. Die lila blühenden Pflanzen setzen einen schönen Farbtupfer vor das kahle Geäst.Seerosen ergänzen das Bild und bringen Farbe auf den Black RiverNach rund 5 Kilometern und einer Fahrzeit von etwa 90 Minuten mit vielen Stopps um die Eindrücke der Natur in uns aufzunehmen, erreichen wir Sister Lou´s Restaurant.Hier führt eine Brücke über den Fluss – wir könnten diese mit dem Dinghy durchfahren, entschließen uns aber, hier zu drehen – die berühmten Krokodile haben wir bisher nicht zu Gesicht bekommen.Wir legen mit dem Dinghy am Steg von Lou´s Restaurant an. Auch hier hat der Hurrikan Schäden hinterlassen und die Lokation läuft nur auf Notbetrieb – „es kommen im Moment sowieso wenig Touristen“ weiß Lou zu berichten und versorgt uns mit kalten Getränken.
Als Insiderin fragen wir sie nach einem guten Platz um Krokodile zu sehen. Sie ist überzeugt, dass wir auf der Rückfahrt welche zu Gesicht bekommen, da diese die Mittagshitze nutzen um sich am Ufer oder an der Wasseroberfläche aufzuwärmen.
Tatsächlich entdecken wir auf der Rückfahrt ein Exemplar des hier heimischen Amerikanischen Krokodils bei seinem Bad in der Sonne.Beim Näherkommen sucht es jedoch Abstand im Wasser.Unterwegs auf dem Black RiverDie Natur erobert sich ihre Ressourcen zurück nach dem zerstörerischen Hurrikan im Oktober des letzten Jahres. Die mobilen Schwimmpflanzen sind da ganz vorne dabei.
Fazit: Lohnt sich eine Tour auf dem Black River?
Für mich lohnt sich eine Bootsfahrt auf Flüssen immer. Es gibt viel zu sehen an beiden Ufern des Flusses. Wir konnten große Kolonien von Kuhreihern beim Brüten beobachten und man kommt den Tieren sehr nahe. Das Meer von Wasserhyazinten, Seerosen und Schwimmendem Farn waren leuchtende Farbtupfer in der sonst noch überwiegend kahlen Natur und schwammen in großer Zahl an unserem Schlauchboot vorbei. Vom Amerikanischen Krokodil, dass hier heimisch ist, haben wir leider nur eins gesehen – aber ein Tier in seiner natürlichen Umgebung zu beobachten ist immer wieder ein erhebendes Erlebnis.