Der Atitlan-See – Feuer, Wasser und eine versunkene Mayastadt
02. – 05.12.2025
Besuch der Mayadörfer am Lago de Atitlan…
Der Atitlán-See in Guatemala gilt als einer der schönsten Seen der Welt. Eingebettet zwischen steilen Vulkanhängen, umgeben von kleinen Dörfern und tief verwurzelt in der Maya-Kultur, wirkt er heute friedlich und zeitlos. Doch seine Entstehung ist dramatisch – und auf seinem Grund ruht eine geheimnisvolle Geschichte.
Geburt eines Sees aus Vulkanfeuer
Der Atitlán-See entstand vor etwa 84.000 Jahren durch eine gewaltige vulkanische Explosion. Damals brach ein Supervulkan aus und hinterließ eine riesige Caldera, einen eingestürzten Vulkankrater. Diese Explosion schleuderte Asche und Gestein über weite Teile Mittelamerikas und veränderte die Landschaft nachhaltig.
Im Laufe der Jahrtausende füllte sich die Caldera mit Regen- und Quellwasser. Später formten weitere Vulkanausbrüche die heutige Szenerie: Die Vulkane San Pedro, Atitlán und Tolimán wuchsen am Rand des Sees empor und verleihen ihm sein ikonisches Panorama. Mit bis zu 340 Metern Tiefe ist der Atitlán-See der tiefste See Mittelamerikas – ein stiller Zeuge uralter Naturgewalten.
Zentrum der Maya-Zivilisation
Lange bevor Reisende aus aller Welt an seinen Ufern verweilten, war der Atitlán-See ein bedeutendes Siedlungsgebiet der Maya. Fruchtbare Vulkanerde, reichlich Wasser und ein mildes Klima machten die Region ideal für Landwirtschaft und Handel.
Am See lebten verschiedene Maya-Gruppen, darunter die Tz’utujil, Kaqchikel und K’iche’. Der See hatte nicht nur wirtschaftliche Bedeutung, sondern auch eine spirituelle: In der Maya-Kosmologie galten Seen als Übergänge zwischen der Welt der Menschen und der Unterwelt.
Panajachel
Wir erreichen die Stadt Panajachel mit unserem Bus-Shuttle vom 75 km entfernten Antigua aus nach etwa 3 Stunden.
Panajachel, oft einfach Pana genannt, ist der Haupteinstiegspunkt zum Lago de Atitlán.
Calle Santander
Die Calle Santander führt direkt hinunter an den See.
Von Panajachel fahren die Lanchas eine Tagestour und besuchen verschiedene Maya – Dörfer, die am See liegen.
San Juan La Laguna
San Juan ist bekannt für seine Kaffee- und Textilkooperativen, farbenfrohe Wandmalereien und traditionelle Webtechniken, die man in lokalen Workshops erleben kann.
Wir schauen uns eine Kakao – Kooperative an und lernen etwas über die sehr aufwendige Herstellung von Schokolade. Da hier noch alles von Hand gemacht wird, ist die Schokolade jedoch nicht so feincremig gerührt, wie wir das von Zuhause kennen, sondern leicht griselig… ein unerwartetes Erleben für die Zunge.
Honig – Kooperative – Bekanntschaft mit den Maya – Bienen
uns das Treiben in verschiedenen Bienenstöcken an.
Wir sehen und lernen, dass die Maya – Bienen viel kleiner sind als unsere heimischen europäischen Bienen und keinen Stachel besitzen. Sie produzieren nur sehr wenig Honig und dieser ist auch nicht dickflüssig und süss sondern dünnflüssig und säuerlich.
So ist der Honig auch weniger zum Verzehr gedacht, sondern wird hauptsächlich medizinisch angewandt z.B. bei Magenproblemen oder Augenerkrankungen.
Bei den Maya gilt die Biene als heilig.
Desweiteren haben wir uns Textil – Kooperativen angesehen und uns die Herstellung der Wolle und deren Verarbeitung beim Weben angesehen.
San Pedro
Die versunkene Stadt Samabaj
Besonders faszinierend ist die Geschichte der gesunkenen Mayastadt Samabaj, die auf dem Grund des Atitlán-Sees liegt. Archäologen entdeckten die Ruinen in den 1990er-Jahren mithilfe von Tauchern. Tempelplattformen, Plätze und steinerne Strukturen zeugen von einer einst lebendigen Stadt.
Samabaj wurde vermutlich zwischen 300 und 900 n. Chr. bewohnt. Doch warum versank sie?
Die wahrscheinlichste Erklärung ist ein plötzlicher Anstieg des Wasserspiegels, ausgelöst durch starke Erdbeben, vulkanische Aktivität oder Hangrutsche innerhalb der Caldera. Innerhalb kurzer Zeit wurde die Stadt aufgegeben – und schließlich vom Wasser verschluckt.
Heute liegt Samabaj mehrere Meter unter der Oberfläche, verborgen im Dunkel des Sees, gut erhalten durch den Sauerstoffmangel in der Tiefe. Sie wird oft als das „Atlantis der Maya“ bezeichnet.