Karibik – Tagebuch III – Discovery Bay und Ochos Rios
Seite 19 – Von lokalen Gegebenheiten und touristischen Highlights…
26.03. – 29.03.2026
Nach Falmouth geht es weiter zur Discovery Bay. Die Bucht ist kleiner als erwartet und der einzige Ausstiegspunkt für unser Dinghy ist der Steg der Coast Guard. Also fahren wir dort vor und bekommen die Erlaubnis dort anzulegen, binden unser „Soeckchen“ an das Coast Guard Schnellboot und klettern darüber an Land. Über das Militärgelände werden wir dann von freundlichen Soldaten mit Maschinengewehren geleitet – sicherer geht nicht.
Der Ort selber hat nicht viel zu bieten, wir schlendern ein bisschen die Straße entlang und kehren in eine stylische Bar ein, sind hier allerdings die einzigen Gäste.
Von hier könnten wir eine Tour zur Green Grotto starten aber wir entschließen uns erst einmal weiter zu fahren nach Ocho Rios – der touristische Hauptort hier mit vielen Attraktionen – dort ist kein Kreuzfahrtschiff am Samstag und das wollen wir nutzen. Zum Zapfenstreich sind wir wieder vor der Kaserne und bekommen Geleitschutz bis zurück zu unserem Dinghy.
Da wir bis Ocho Rios noch gegen die Welle müssen beschließen wir die frühen Morgenstunden zu nutzen bevor Wind und Welle richtig erwachen und so startet Bernd am nächsten Morgen bereits um 7 Uhr den Motor für die letzte Etappe Richtung Osten.
Zum Frühstück haben wir die Bucht bereits erreicht und ankern neben der MSC. Auch hier ist es kleiner als erwartet, aber es gibt eine kleine Marina wo wir mit unserem Dinghy an Land können.
An Land präsentiert sich Jamaika so, wie es von den Kreuzfahrern gesehen werden will, oder wie diese sich Jamaika vorstellen. Ein Promenade mit einer Island Village bietet Shopping und Restaurants in gestylten Ambiente. Im Ort finden sich weitere Restaurants und Geschäfte. Je weiter man sich vom Terminal entfernt, um so einfacher werden Häuser und Geschäfte und um so belebter die Straßen. Jetzt gibt es Straßenhändler und Streetfoot statt aufgeputzer Restaurants.
Wir suchen auf Empfehlung ein Restaurant im lokalen Viertel auf und versuchen uns an Pork und Chicken. Gut besucht ist es dort nicht, das Essen ist okay – eine Geschmacksexplosion ist es nicht.
Am Samstag liegt wie erwartet kein Cruiseship vor Anker und wir machen uns auf zur Hauptattraktion – den Dunn River Park. Ohne Kreuzfahrtgäste ist das Taxifahren gleich preisgünstiger.
Der Park ist großflächig und gepflegt angelegt und sehr voll ist es nicht, als wir nach dem Frühstück ankommen. Auf Holzstegen geht es mit mehreren Ein-oder Ausstiegen am Dunn River Wasserfall hinunter bis zum Meer. Von dort kann man dann auf den steinigen Kaskaden im kühlen Fluss hinaufsteigen. Am Meer kommen die Zubringerboote mit Touristen an, menschenleer ist es wahrlich nicht und wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie es an Kreuzfahrttagen aussieht.
Über den strömenden kaskadenartig hinab fließenden Fluss führen die Guides die Touris in Menschenketten bergauf – Wer trittsicher und gelenkig ist kann zügig hinauf klettern. Die Guides führen alles den Aufstieg hinauf, was noch auf den Beinen ist. So schleichen sich Menschenketten im Schneckentempo über die oft glitschigen Steine die Strömung hinauf.
David hat nur auf seinen Einsatz gewartet und klettert die Kaskaden behende – vorbei an den Menschenketten – hinauf. Bernd tut es ihm einmal gleich, dann ist seine Energie erschöpft, es ist anstrengend gegen die Strömung hinauf zu klettern. Zsuzsanna lässt es sich ebenfalls nicht nehmen und macht zumindest die halbe Strecke. Ich verzichte, nehme die Treppen neben dem Fluss wieder hinauf um Fotos zu schießen. Nachmittags wird es ruhiger, die Touriboote legen wieder ab. David ist noch nicht ausgepowert und klettert den Fluss noch ein paarmal hinauf und nutzt auch noch die Zipline um den Fluss durch die Luft zu erkunden. Wir Mädels genießen noch eine Dusche im Wasserfall des kalten Flusswassers.
Am nächsten Morgen liegen gleich zwei Kreuzfahrtschiffe in der Bucht. Wir wollen den Vormittag nutzen, um noch etwas Ochos Rios zu erkunden und für ein bisschen Shopping. Die Einwohner sind wieder voll auf Tourismus eingestellt und die Antwort auf die Frage – „Woher kommt ihr?“ sorgt angesichts der Tatsache dass „Mein Schiff“ vor Anker liegt auch nicht für Überraschung. Dafür steigen direkt die Preise für Taxifahrten und ausserhalb der Touristenzone sind am Sonntag viele Geschäfte geschlossen. So beschränkt sich unsere Shoppingtour auf frisches Obst, Gemüse und etwas Frischfleisch.
Wieder an Bord lichten wir die Anker – Zeit für uns weiter zu ziehen. Es geht zurück zur Discovery Bay. Schon von weitem werden wir mit Musik beschallt und als wir im Dunkeln in die Bucht einlaufen werden wir mit ohrenbetäubendem Lärm empfangen. Am Ufer tobt ein Festival, die Einheimischen sind zu Hunderten auf den Beinen und feiern Sonntagabend.
Erstaunlich was heutzutage alles als Musik durchgeht. Die Boxen dröhnen laut und der DJ schreit sich die Seele aus dem Leib. Egal wo wir in der kleinen Bucht ankern, wir entkommen dem Getöse nicht und stellen uns auf eine unruhige Nacht ein.
Und dann – Punkt 21 Uhr – ist der Spuk vorbei und es kehrt himmlische Ruhe ein – Jamaika wird sympathisch…