Karibik – Tagebuch III – Montego Bay und Meeresleuchten
Seite 18 – Unterwegs an der Ostküste von Jamaika…
23.03. – 25.03.2026
Am Montagmorgen ist der Himmel verhangen. Bernd macht sich erst einmal auf zur Marina um die Marinagebühr für das Einklarieren zu bezahlen. Die Dame vor Ort hat mit der Overtimegebühr immer noch nicht innerlich abgeschlossen – aber Bernd bleibt hart. Beide Officer hatten versichert, das keine Overtimegebühr anfallen würde. Aber die Marina soll ja nicht auf unseren Kosten hängen bleiben. Es wird nochmal telefoniert – die Officers bestätigen, dass sie keine Overtimegebühr in Rechnung stellen – damit gibt sich die Marina dann endlich zufrieden. Bernd prüft noch die Möglichkeit zu Tanken aber „Melissa“ hat auch den Tankstellensteg zerstört – Benzin gibt es nur im Kanister… so unkomfortabel können wir auch woanders tanken. Nach Prüfung des Dieselbestandes entscheidet Bernd, dass wir bis Kingston durchkommen.
Mittlerweile sind auch Zsuzsanna und Neffe David eingetroffen und können am Pier 1 abgeholt werden.
Nach einem Frühstück an Bord machen wir uns auf in die Altstadt von Montego Bay um noch einige frische Lebensmittel einzukaufen, bevor wir on Tour gehen. Einkaufen bei den Lokals ist eigentlich immer ein Geheimtipp – aber hier werden wir enttäuscht. Das Warenangebot ist mager, die Geschäfte nicht einladend. Wir kaufen ein bisschen Obst und Gemüse bei verschiedenen kleine Straßenhändlern und beschließen dann, doch im Supermarkt einzukaufen.
Auf dem Weg treffen wir auf einen Deutschen der hier schon seit vielen Jahren lebt – er empfiehlt uns die jamaikanische Leibspeise: Jamaica Pattys zu probieren – und so legen wir im Juicy Patty eine Pause ein und probieren die frittierten Blätterteigtaschen mit verschiedenen Füllungen – aber immer spicy.
So gestärkt entern wir den Supermarkt – das Angebot ist immer noch nicht überzeugend und läßt sich an vielen Stellen auch nicht schöngucken. Das Fleischangebot geht von der Qualität gar nicht und auch die Auswahl an Obst und Gemüse ist mehr teuer als ansprechend. Wir machen einen Einkauf „Best off“ und haben ja zum Glück noch einen umfangreichen Lebensmittelvorrat an Bord.
Auf die Ernüchterung nehmen wir noch einen Cocktail an Pier 1 bevor wir wieder zum Boot zurück fahren.
Der Start am nächsten Morgen fällt dann ins Wasser – ein Energiefresser hat die Batterien leergezogen und die Motoren geben keinen Mucks von sich. So verbringe ich mit den Gästen einen Tag am Strand bei Sonne und Schnorcheln und Bernd mit seinem Messgerät.
Nach einem ausgiebigen Tag am Strand hat Bernd den Fehler gefunden, eine defekte Trenniode hat sich an unseren Batterien bedient. Bernd entfernt sie aus der Nahrungskette und wir sind technisch nun abfahrbereit.
Um Jamaikas Küste zu besegeln benötigen wir ein Cruising Permit. Dies kann online beantragt werden – das klingt erst einmal komfortabel. Doch Eingabe und Bezahlvorgang sind etwas holprig und die Bestätigung lässt auf sich warten. Nach mehrmaligen Nachfragen kommt dann am Dienstagabend endlich die Freigabe… nun steht unserer Weiterreise nichts mehr im Weg… eigentlich…
Der Morgen beginnt vielversprechend, die Sonne lacht, jetzt noch den Anker aus dem Wasser und los gehts…
Aber der Anker bewegt sich keinen Meter – er muss sich irgendwo verhakt haben… In mühseliger Kleinarbeit ziehen wir den Anker mit vereinten Kräften und gewagten Leinenkonstuktionen Stück für Stück aus dem Wasser. Der Hafenmeister wird von unserem Wasserballett ebenfalls angezogen und er kommt vorbei um Hilfe anzubieten. Er vermutet, dass sich der Anker in einem Riff festgesteckt hat und gibt Richtungsanweisungen damit wir uns frei fahren können.
Nach über einer Stunde haben wir den Anker endlich an Bord und können starten. Das wird auch Zeit um unser erstes Ziel mit einem längeren Schlag noch vor dem Abend zu erreichen – die Discovery Bay.
Die Windrichtung ist uns nicht wohlgesonnen und sobald wir die schützende Bucht verlassen wird die Fahrt ruppiger. Für günstigere Winde schlägt Bernd einen großen Bogen, doch wir kommen nicht so schnell voran wie geplant und so erreichen wir an diesem Tag die angepeilte Bay nicht und machen Zwischenstopp in Falmouth – wo nach den recherchierten Unterlagen kaum ankern möglich sein soll – aber dies ist wohl eine Fehlinformation. Wir finden einen guten und ruhigen Ankerplatz und sind in der Bucht weitestgehend alleine.
Unsere Ankerbucht mündet in die Luminous Lagoon die angeblich gar nicht frei zugänglich sein soll… also besteigen wir nach dem Abendessen das Dinghy und sind jetzt alleine in der Lagoon.
Für David und Zsuzsanna ist es das erste Mal, dass sie das Meeresleuchten sehen – und für uns gibt es auch wieder neues zu entdecken. Das Leuchten erscheint uns in dieser Nacht noch heller und als besonderes Highlight – wir beobachten zum ersten Mal Fische, die vom Dinghy wegschwimmen und eine Leuchtspur um sich verbreiten – und Hornhechte – die unter der Oberfläche sprinten ziehen wie ein leuchtender Blitz vorbei.
Luminous Lagoon Jamaika – leuchtendes Naturwunder erleben
Ein langer und ereignisreicher Tag neigt sich dem Ende – Morgen geht es dann weiter zur Discovery Bay.