Kreuzfahrtschiffe und Joline
Überfahrten,  Bay Islands Honduras,  Cayman Islands

Überfahrt: Guanaja – Bay Islands Honduras zu den Cayman Islands

17.02. – 20.02.2026

Ausserplanmässig sind wir nun auf dem Weg zu den Cayman Islands. Eigentlich wollten wir hier nicht Station machen, aber die Situation in Kuba hat uns diese Reiseroutenkorrektur vornehmen lassen.

Die Caymans anzusegeln ist nicht so ganz einfach aus unserer Richtung, Wind und Wellen sind da er ungünstig. Der Wind kommt meist aus Nord Ost oder Ost und somit genau aus der Richtung in die wir wollen.

Doch im Moment sieht es ganz gut für uns aus, das Wetterfenster zeigt wenig Wind um 15 bis 20 Kn und damit verhältnismässig ruhige See mit Wellen von nur 1,2 m. Außer dem soll erst aus Nord Ost, später auf Ost drehend kommen. Nicht das beste Wetterfenster, aber gut machbar. In den nächsten 10 Tagen wird es nicht besser werden.

So starten wir am Morgen mit etwas kabbeligem Wellengang, der sich über Tag ziemlich beruhigt. In der Nacht frischt der Wind und die Fahrt wird schaukeliger. Im Staufach im Vorschiff scheint sich Bezin rausgeschaukelt zu haben und in der Kabine macht sich ein penetranter Benzingeruch breit. Das und die laut an die Kufen schlagenden Wellen in der Vorderkabine veranlassen mich, meinen Schlafplatz nach draussen zu verlegen. Hier ist der Seegang gefühlt ruhiger, dazu frische Luft und Gesellschaft. Ausserdem haben wir ja die neuen dickeren Liegematratzen das ist echt komfortabel.

Fischfang
Bernds erster Fang in dieser Saison – zwei Bonitos

So vergeht auch der zweite Segeltag, tagsüber ist das Meer etwas ruhiger, nachts kommt mehr Wind auf und macht die See unruhiger. Die Bewegungsmöglichkeiten sind daher sehr eingeschränkt und werden auf das nötigste reduziert. So findet das Leben im Cockpit statt, immerhin steht uns eine grosszügige Sitzgruppe und zwei Liegeflächen zur Verfügung und ein Hühnercurry ist für zwei Tage vorgekocht und muss nur noch aufgewärmt werden.

Insgesamt ist die Segelsituation für den ungünstigen Segelkurs aber bestmöglich gewählt. Ruhiger geht auf dieser Strecke kaum.

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Sonnenuntergang über dem Karibischen Meer – die Wolken zeigen eine stabile Wetterlage, es wird eine ruhige Nacht.

Zwei Tage ging es aufs offene Meer hinaus, Kurs Nord Ost, soweit es der Wind zulässt. Am dritten Tag ändern wir morgens den Kurs und fahren nun Richtung Osten direkt auf die Cayman Islands zu. Jetzt heißt es gegen den Wind fahren, der uns entgegen bläst. Um die Einklarierung am Freitag bis 16.00 Uhr zu schaffen enscheiden wir uns für Motorsegeln, sonst hätten wir noch eine Nacht auf See verbracht. Bei 18 Knoten Wind ist der Wellengang aber noch sehr gemässigt. Wir hoffen, das der Wind, wie in den letzten beiden Tagen im Laufe des Tages weiter abnimmt.

Der Golfstrom, der von Ost nach West setzt und sehr konfus strömt, bremst uns teilweise aus – teilweise nimmt er uns ein Stück mit. Bernd versucht den optimalen Kurs für uns zu finden. Doch Wind und Strömung sind ständig in Bewegung und unserem Ziel nicht immer wohlgesonnen.

grafik
Unsere Position – Joline ist durch den blauen Punkt
gekennzeichnet – unser Ziel ist George Town, die weißen
Linien zeigen die Strömungsrichtung an.

In der Nacht werden wir von zwei Kreuzfahrtschiffen der „Celebrity Xcel“ und der „Sun Princess“ überholt die zum gleichen Ziel unterwegs sind wie wir.

Am Morgen wird es nochmal spannend als eine Halteleine vom Dinghy unmotiviert abreist und das Heck des Dinghi durchs Wasser schleift. Mit einer Notkonstruktion wird Soeckchen erst einmal wieder in Position gebracht.

Notfallbefestigung Dinghy
Nothalterung für unser Soeckchen.

Beim Frühstück wartet schon das nächste Disaster – eine meiner Zahnfüllungen verabschiedet sich – Yeah – damit ist ein Event aus den Caymans schon gesetzt – Zahnarztbesuch. Auf der Insel der Reichen und Schönen wird das sicher ein hochwertiges Erlebnis…

Gegen 10 Uhr erreichen wir George Town, die Kreuzfahrtschiffe sind schon vor Ort.

Über Kanal 16 bekommen wir Instruktionen, wie wir vorzugehen haben – hier ist alles genauestens geregelt. Ein Hafenboot fährt uns entgegen und plaziert uns an die für uns vorgesehene Boje. Dann gibt es ein paar Formulare, die wir ausfüllen sollen und dann warten wir ab, bis wir weitere Instruktionen erhalten…

Sun Princess und Joline
Wir liegen vor der „Sun Princess“

Die nächsten Anweisungen kommen – wir müssen an den Zollsteg. Vielleicht kommen Zöllner an Bord. Wieder werden wir von dem Hafenpatrouilleboot angeleitet. Vor Ort geht es dann ganz entspannt zu, die Zöllner fragen die üblichen Daten ab – dann bekommen wir – weil wir nett gefragt haben – direkt eine Aufenthaltsgenehmigung für 30 Tage (statt Standard 14 Tage). Dabei fällt den Offiziellen direkt auf, dass wir keine Landesflagge führen… im Nationalmuseum können wir eine besorgen – ist allerdings kein Schnäppchen.

Patrouillenboot laengsseits
Ohne Patrouillenboot geht beim Einklarieren auf den Caymans nichts.

Mit Flagge sind wir jetzt offiziell und legal im Lande und dürfen uns und unser Boot frei bewegen, allerdings ist die Hafenbehörde über jeden Ortswechsel des Bootes auf Kanal 16 vorab zu informieren. So genau und engmaschig betreut war es bisher noch nirgends… Dann heißt es zurück an eine freie Boje im Ankerfeld – natürlich wieder begleitet vom Patrouillenboot. Der Kapitän gibt noch Infos zu Dinghydock und Supermarkt. Dann sind wir uns selbst überlassen.

Wir wundern uns noch über den hohen Personaleinsatz – dabei ist der ganze Service und auch alle Bojen kostenfrei. Auf Einnahmen durch die Handvoll Privatsegler ist man hier nicht angewiesen.

Reisezeit: 74 Stunden

Distanz: 294 Seemeilen

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