Gastbeitrag von Hanna, die mit uns die San Blas Inseln/Guna Yala besegelt hat
April/Mai 2026
Drei Wochen Segelabenteuer in Panama – unterwegs mit Petra und Bernd
Ende April ging es für uns für drei Wochen nach Panama – ein Abenteuer, auf das wir uns schon lange gefreut hatten. Unser Zuhause auf Zeit: der Katamaran von Petra und Bernd.
Schon die Anreise war besonders. Gemeinsam mit Toni und Jonah ging es los – und tatsächlich haben wir uns erst am Flughafen das erste Mal getroffen. Dieses gegenseitige Ausschauhalten zwischen all den Menschen war direkt ein lustiger Einstieg in die Reise und hat sofort für gute Stimmung gesorgt.
Nach dem Flug verbrachten wir zunächst zwei Nächte in Panama City. Wir haben die Stadt erkundet und die ersten Eindrücke gesammelt – bevor das eigentliche Abenteuer begann.
Danach ging es weiter zur Marina. Petra und Bernd holten uns dort mit dem Dinghy ab und brachten uns zu unserem Zuhause auf dem Wasser. Noch am selben Abend stand ein Großeinkauf an: Vorräte für die kommenden zwei Wochen auf See. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns ein Einheimischer, der uns geholfen hat, den voll beladenen Einkaufswagen bis zum Dinghy zu schieben. Als kleine Gegenleistung wünschte er sich etwas Geld – und wie überall auf dieser Reise haben wir die Menschen als unglaublich herzlich erlebt.
Dann begann die Überfahrt zu den San Blas Inseln.
Für mich bedeutete das zuerst auch ein kleines Kennenlernen mit der Seekrankheit – aber wir haben alles mit Humor genommen. Und spätestens als wir angekommen sind, war das vergessen.
Die San Blas Inseln sind kaum in Worte zu fassen. Türkisblaues Wasser, kleine Palmeninseln, weiße Strände und eine Ruhe, die man im Alltag kaum noch kennt. Es wirkte manchmal fast unwirklich.
Besonders beeindruckend war, wie unterschiedlich die Inseln waren. Eine Insel war sogar so klein, dass man in ungefähr zwei Minuten einmal komplett drum herumlaufen konnte. Trotzdem fühlte es sich an, als wäre man auf einer eigenen kleinen Welt angekommen – mitten im Meer, umgeben von nichts als Wasser, Palmen und dieser unglaublichen Ruhe.
Besonders beeindruckt haben uns die Gunas – die Einheimischen der Inselwelt. Verständigt haben wir uns mit ein bisschen Spanisch, viel Lachen und Händen und Füßen. Trotzdem hatte man nie das Gefühl, sich nicht zu verstehen. Wir haben dort auch eine Mola gekauft – diese traditionellen, farbenfrohen Stoffarbeiten, für die die Gunas bekannt sind. Für uns ein ganz besonderes Erinnerungsstück.
Unsere Tage auf dem Katamaran hatten schnell ihren eigenen Rhythmus. Morgens aufwachen mit Blick aufs Wasser, gemeinsam frühstücken, mit dem Dinghy kleine Inseln erkunden und einfach den Moment genießen.
Ein absolutes Highlight war die Unterwasserwelt. Von einer kleinen Insel aus sind wir schnorcheln gegangen – und ich kann ehrlich sagen: So etwas Schönes habe ich noch nie gesehen. Glasklares Wasser, unzählige Fische, eine unglaubliche Farbenwelt – und sogar Haie haben wir gesehen. Es war faszinierend und gleichzeitig so friedlich.
Auch kulinarisch war die Reise etwas ganz Besonderes. Jeden Abend wurde gemeinsam frisch gekocht. Immer wieder kamen die Gunas mit ihren Booten vorbei und brachten frischen Fisch oder Muscheln. Ich habe in Panama so viel ausprobiert – Muscheln, Fisch, Fleisch und vor allem die Früchte. Alles hat unglaublich intensiv und frisch geschmeckt.
Zwischendurch sind wir einfach vom Katamaran ins Wasser gesprungen, haben gebadet, gelacht und diese gemeinsame Zeit genossen. Mit Toni, Jonah, Bernd, Petra und Marc an Bord vergingen die Tage wie im Flug.
Und natürlich lief nicht immer alles nach Plan – genau das hat es so besonders gemacht. Die ersten drei Tage hatten wir kaum Sonne, deshalb mussten wir mit dem Strom sparsam umgehen. Wir haben Regenwasser gesammelt und sogar im Regen geduscht. Was im Alltag vielleicht nach Verzicht klingt, hat sich dort einfach nach Freiheit angefühlt.
Ein Abend ist uns besonders in Erinnerung geblieben: Wir waren bei den Einheimischen in einem kleinen Restaurant essen und haben den Abend am Strand genossen. Plötzlich wurde es sehr windig – und auf einmal stellte sich heraus, dass sich der Anker unseres Katamarans gelöst hatte.
Bernd und Jonah mussten sofort aufspringen, ins Dinghy steigen und so schnell wie möglich zurück zum Katamaran fahren. Für einen Moment wurde es wirklich spannend, denn der Katamaran war am Ende nur noch ungefähr zehn Meter vom Riff entfernt. Zum Glück haben die beiden rechtzeitig reagiert und alles unter Kontrolle gebracht – aber in dem Moment wurde uns bewusst, wie schnell sich Situationen auf dem Wasser verändern können.
Während wir anderen am Strand gewartet und weiter gegessen haben, waren Bernd und Jonah beschäftigt, das Boot zu sichern. Als sie zurückkamen, war vom Abendessen im Restaurant nicht mehr viel übrig – also gab es später auf dem Katamaran noch ganz unkompliziert Eiernudeln. Rückblickend war genau das einer dieser Momente, über die wir heute am meisten lachen.
Die schönsten Sonnenuntergänge durften natürlich auch nicht fehlen. Jeden Abend saßen wir zusammen, haben gespielt, erzählt und die Zeit miteinander genossen. Diese gemeinsamen Abende gehören zu meinen liebsten Erinnerungen.
Und ganz zum Schluss gab es noch eine Überraschung, die perfekt zu dieser Reise passt: Ich habe eine Urkunde bekommen – für die „kleine Wasserschlange“.
Das war ein Insider, der sich über die Wochen entwickelt hat. Am Anfang habe ich mich nur mit einer Schwimmnudel ins Wasser getraut. Mit der Zeit wurde ich immer mutiger, bin immer öfter ohne geschwommen und sogar bis zu den Stränden der Einheimischen. Petra und Bernd haben daraus am Ende eine kleine Auszeichnung gemacht und mir diese Urkunde überreicht – ein unglaublich lustiger und schöner Moment, über den wir heute noch lachen.
Diese drei Wochen waren kurzweilig, intensiv und voller kleiner und großer Momente. Eine Reise voller Natur, Gemeinschaft, Abenteuer und Dankbarkeit.
Und wenn wir heute daran zurückdenken, fühlt es sich immer noch ein bisschen unreal an – als wären wir für kurze Zeit in einer anderen Welt gewesen.
Hanna