Karibik – Tagebuch – III – Hochzeitstag mit Hindernissen
Seite 12 – Wenn einer eine Reise tut…
26.02. – 01.03.2026
Es wird Zeit, sich um meine verlorene Zahnfüllung zu kümmern, bevor noch der Zahnschmerz einsetzt. Jetzt kommen unsere E-Roller zum Einsatz. Die nächste Zahnarztpraxis liegt gut 2 Kilometer entfernt.
Das E – Roller fahren ist immer wieder ein Genuss und einmal mehr stellen wir fest, wie gut sich damit unser Bewegungsradius erhöhen lässt. Die erste Zahnarztpraxis sieht sehr mondän aus und so sind auf Nachfrage auch die Preise. Wir haben zwar eine Auslandskrankenversicherung die für notwendige Behandlungen einspringt, die ist aber bisher noch nie zum Einsatz gekommen. Alle Arztbesuche, die wir bisher im Ausland gemacht haben waren so preisgünstig, dass sie den Selbstbehalt von 50,- € gar nicht überschritten haben. Das wird hier auf den Caymans anders. Doch eine Zahnfüllung für 1000,- € wollen wir nicht riskieren. Also fahren wir den nächsten Zahnarzt an – diesmal keine mondäne Privatklinik. Hier ist das Preisgefüge nicht einmal halb so hoch – da lassen wir uns gleich einen Termin geben. Entweder am nächsten Tag morgens um 8 Uhr oder am Samstag um 10 Uhr.
Ich entscheide mich für die humanere Zeit, wenn auch Samstag unser Hochzeitstag ist und eine Zahnbehandlung nicht gerade das ersehnte Event um so einen Tag zu feiern. Ich hinterlasse in der Praxis noch meine Handynummer, alle weiteren Infos über WhatsApp.
Wo wir schonmal unterwegs sind, setzen wir unsere Erkundung der Insel mit den E -Rollern fort und machen einen Abstecher zur 7 Miles Beach. Hier reihen sich schicke Hotels aneinander und im Hinterland die Häuschen der Einheimischen. Einfamilienhäuser auf gepflegten Grundstücken – hier lässt es sich komfortabel leben.
Wir erkunden die im Bodden der Insel liegende Marina um zu prüfen, ob dies ein guter Ankerplatz für uns wäre, sind aber nicht so überzeugt.
Wir runden unsere Tour mit einem großen Eisbecher ab bevor wir die Scooter wieder aufs Boot schaffen. Das ist eine ziemliche Asterei, aber nach der rund 30 Kilometer langen Tour müssen die Roller an Bord wieder aufgeladen werden.
Am Freitag planen wir für unseren Hochzeitstag, es gibt schicke Restaurants in Hülle und Fülle. Der Gourmetführer der Insel lockt mit einladenden Bildern von stylischen Lokation und fantasievollen Esskompositionen. Zum 35. Hochzeitstag wollen wir uns etwas besonderes gönnen. Besonders hervorgehoben wird der Sunday-Brunch in diversen Restaurants und wir beschließen statt Abendessen am Samstag Brunch am Sonntag. Dann stört auch der Zahnarztbesuch nicht so. Wir reservieren einen Tisch für zwei Personen Brunch mit Sekt und Weinbegleitung – aber es sollte – mal wieder – anders kommen.
Am Samstagmorgen ist die Welt noch in Ordnung, nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns auf für den Zahnarztbesuch. Ich habe einen 40 – Minuten Slot wird mir per WhatsApp mitgeteilt – was mir für die kleine Füllung an den vorderen Zähnen etwas lang vorkommt – aber gut.
Das Ausladen der E-Scooter am Steg erweist sich als schwierig, da es etwas wellig ist. Bernd macht eine unbedachte Bewegung und es gibt einen stechenden Schmerz im Rücken. Er geht davon aus, das der Schmerz zeitnah wieder vergeht und wir machen uns auf zum Zahnarzt.
Die Ausstattung der Praxis entspricht dem, was ich von Deutschland gewöhnt bin, die Zahnärztin ist auch direkt zur Stelle und spritzt erst einmal das Arbeitsgebiet umfänglich ein. Sie scheint große Sorge zu haben, dass ich Schmerzen erleiden könnte – ich hatte ehrlich gesagt nicht mit größeren Problemen gerechnet – langsam mache ich mir Sorgen…
Nachdem alles betäubt ist, macht die Arzthelferin noch ein Röntgenbild – direkt am Stuhl… ich habe doch nur eine reiskorngroße Füllung verloren…
Dann geht es an die Zahnreparatur – es scheint sehr aufwändig zu sein, nachdem die Füllung eingebracht ist, kommt die Feinarbeit… mit viel Hingabe wird an meinen Zähnen poliert und gefeilt und die Bissfähigkeit meines gesamten Gebisses geprüft. Über eine Stunde dauert die Prozedur – endlich ist die Zahnärztin mit ihrem Ergebnis zufrieden. So viel Hingabe wurde meinen Zähnen noch nie zuteil. Da sind 480 USD ein richtiges Schnäppchen.
Im Anschluss an den Zahnarztbesuch erkunden wir mit unseren Rollern die Camana Bay – ein mondänes Hafengebiet mit gehobener Gastronomie und Geschäften – wirklich schick.
Im gut sortierten Homeland Shoppingcenter von George Town statten wir uns noch mit neuer Bettwäsche aus – diese soll sogar eine Cooling Effekt haben.
Dann zeichnet sich ab, Bernd hat sich einen ausgewachsenen Hexenschuss zugezogen und seine Beweglichkeit schränkt sich immer mehr ein. Es wird Zeit so schnell wie möglich zurück zum Boot zu kommen. Mit vereinten Kräften bekommen wir noch die Roller ins Dinghy und erreichen Joline.
Mit Bordapotheke und gezielten Rückenübungen – Bernd hat da schon Erfahrung – versucht er die nächsten Tage wieder auf die Beine zu kommen.
Am Sonntag liegt er jedoch noch wie ein Käfer auf dem Rücken, an Sonntagsbrunch ist nicht zu denken. Also gibt es Aufgewärmtes Made von Petra.