Karibik – Tagebuch III – Kuba im Ausnahmezustand
Seite 9 – Wegen der Lage in Kuba müssen wir unsere Reisepläne ändern…
10.02. – 12.02.2026
Für heute ist die Überfahrt nach Kuba geplant. Die Wetterbedingungen sind – wie geplant – sehr gut für die Überfahrt. Allerdings hat uns die Nachricht erreicht, dass in Havanna Flugzeuge nicht mehr starten können wegen Spritmangel.
Bei uns und unseren Gästen klingeln die Alarmglocken. Von unserem Aufenthalt im letzten Jahr in der Hemmingway Marina haben wir noch Kontakt zu unserem Fahrer. Der schreibt uns auch gleich zurück – in Kuba geht nichts mehr. Ohne Benzin fahren weder öffentliche Verkehrsmittel noch Taxis. Wenn wir an der Küste ankommen geht es über Land nicht weiter für unsere Gäste. Wir brauchen einen Notfallplan.
Da ihr Flug von Havanna über Mexiko-Stadt geht ist die naheliegende Lösung von Belize mit dem Wassertaxi nach Mexiko – das liegt ja hier direkt um die Ecke sozusagen und von dort mit Zug, Bus oder Inlandflug nach Mexiko – City. Da der Flug erst am 16.2. startet, ist genug Zeit dorthin zu gelangen und auch noch ein bisschen Sightseeing mitzunehmen. Schnell steht fest, Sascha und Yvonne starten am nächsten Tag Richtung Mexiko.
Auch wir sind unsicher, ob wir Kuba anlaufen sollen, das wäre die optimale Segelroute nach Jamaika, aber die Nachrichten klingen nicht vielversprechend. Wenn der Transport weitestgehend zum Erliegen kommt, häufen sich sehr schnell die Probleme. Lebensmittelversorgung, Müllabfuhr… Die Fischerboote können nicht mehr auslaufen. Die Lage wird sich schnell zuspitzen fürchten wir – die Fluglinien lesen wir, machen sich auf, ihre Fluggäste schnellstmöglich aus dem Land zu holen…
Wir sind zwar autark, aber in einem Land, in dem eine derartige Ausnahmesituation herrscht, können wir uns nicht vorstellen, das wir uns dort wohlfühlen werden zumal sich die Lage im Moment kontinuierlich zu verschlechtern scheint.
Nachdem wir eine Nacht darüber geschlafen haben, planen wir unsere Reise um. Wir werden zu den Bay Islands von Honduras segeln und dort auf ein günstiges Wetterfenster für die etwa 3,5 tägige windtechnisch schwierigere Segeltour zu den Cayman Islands warten. Dort können wir dann die drei Cayman Inseln besegeln und von dort ist es nur noch eine 1,5 Tagestour nach Montego Bay auf Jamaika. Allerdings segeltechnisch eine schwierige Route für die wir entweder Nordwind, Südostwind oder möglichst ruhige See brauchen. Aber wir haben insgesamt 5 Wochen Zeit – da sind wir zuversichtlich, das wir das meistern können.
Während Sascha und Yvonne schon Bilder vom mexikanischen Nachtleben schicken, machen wir das Boot abfahrbereit für den 12.2. Wind und Wellen sind ab der Mittagszeit günstig.
Obwohl es in der Nacht schüttet wie aus Kübeln lacht am nächsten Morgen die Sonne und die Wetterprognosen sind weiterhin positiv.
Also machen wir uns mit dem Dinghy auf zum Ausklarieren. Die gesamte Crew muss dazu antreten. Auf dem Weg zum Office kommen wir an der Brauerei „Belikin“ vorbei und wir beschließen auf dem Rückweg noch zu einem gezapften Stout einzukehren. Ist zwar noch ein bisschen früh für Alkohol, aber so ist das mit Gelegenheiten, die nicht wieder kommen. Am Ende gibt es doch nur Stout aus aus Flaschen, aber die schmecken uns so gut, dass wir beschließen noch einige Flaschen Proviant davon zu bunkern.
Guinness.
San Pedro präsentiert sich von der Seeseite als perfekter karibischer Urlaubsort – in der zweiten und dritten Strassenreihe wird es dann einheimischer und einfacher und nach rund vier Straßenzügen ist das Ende der Insel auch schon erreicht. Das Golfcar ist hier das beliebteste Transportmittel – Rentcars bevölkern die Insel. Das ist sicherlich weniger der Tatsache geschuldet, dass die Wege auf der Insel so lang sind als vielmehr dem Umstand, das Amerikaner – die Mehrzahl der Touristen – ungerne zu Fuss gehen.
Final entern wir noch die örtliche Bäckerei um unsere letzten Belizedollar auf den Kopf zu hauen und ein einheimisches Restaurant für eine letzte Mahlzeit in Belize. Zwischen einem Haufen Schulkindern, die sich hier verpflegen gibt es noch mal Fleisch in Kokospanade und die allgegenwärtige Reis mit schwarze Bohnen Beilage, der man hier nicht entkommt.
Unterwegs kommen wir noch an einem Geschäft vorbei, dass Gläser in großer Auswahl anbietet. Also decken wir uns noch schnell mit neuen Wein- und Wassergläsern ein – dann haben wir Ersatz, wenn mal wieder eins das Segeln nicht verträgt. Wer weiss, wann wir wieder Gelegenheit haben, etwas nachzukaufen.
Mit vollem Magen eine letzte Dinghyfahrt und dann laufen die letzten Vorbereitungen um den Anker zu lichten.
Wenn wir Guanaja, die östlichste der drei Bay Islands von Honduras am nächsten Tag noch vor der Dunkelheit erreichen wollen, müssen wir jetzt los.