Karibik – Tagebuch III – Hol Chan Marine Reserves – Haie hautnah
Seite 8 – Mit Haien kuscheln…
08.02. – 09.02.2026
Von Cay Caulker ist es nur einen Katzensprung bis San Pedro und dem Ambergris Caye. Hier ist Ausklarierungsort, hier ist der touristische Hauptort von Belize und hier ist der Nationalpark Hol Chan Marine Reserve, den wir bei unserer Anfahrt gleich anlaufen und direkt vom Ranger wieder vertrieben werden. „Im Nationalpark nur registrierte Boote mit lizensierten Guide nach Zahlung der Eintrittsgebühren.“
Also ankern wir erst einmal vor San Pedro und organisieren den Ausflug für den nächsten Tag. Über WhatsApp ist der Guide Cesar schnell gebucht. Registrierung unseres Bootes und Eintrittsgelder beim Tourismusbüro an Land bezahlt, Cesar mit dem Dinghy an Bord geholt und dann geht es gegen 11 Uhr mit dem Kat los. Alles ist streng geregelt. Es gibt zwei Haltepunkte, der erste am Riff und der zweite an der Shark Ray Alley. An jedem Spot wird eine Boje belegt, die nach einer Stunde wieder geräumt werden muss.
Der Ranger kontrolliert erst einmal Bootsregistrierung, Zahlung der Eintrittsgelder und Lizenz des Guides – nach telefonischer Rückversicherung mit dem Büro des Marine Reserve stellt sich raus – es wurde nicht genug kassiert, wir dürfen trotzdem bleiben, nachdem wir versichern, dass wir den Rest nachzahlen und bekommen ein Clubbändchen. Dann geht es los mit dem Guide, der uns die interessanten Spots zeigt und für unsere Sicherheit verantwortlich ist.
Die Unterwasserwelt ist beeindruckend und wir bleiben auch länger als eine Stunde. Da wir uns hier auf dem offenen Meer befinden – ein ganzes Stück vom Land entfernt, wo sonst geschnorchelt wird – fällt uns als erstes auf – wie groß die Fische hier sind. Kapitale Gelbflossenthunfische umkreisen uns, eine schön gezeichnete Meeresschildkröte grast auf dem Boden. Zwischen den Weichkorallen „verstecken“ sich große Fischschwärme und ein riesiger Teufelsrochen zieht mit ruhigem Flügelschlag seine Bahnen. Die Unterwasserwelt nimmt uns gefangen, da bunte Treiben unter der so ruhig erscheinenden Wasseroberfläche ist immer wieder faszinierend.
Vom Riffschnorcheln geht es zum nächsten Stopp – Schwimmen mit Ammenhaien (engl. Nurse Shark). Wir haben kaum an der Boje angelegt, wird unser Boot schon vom Haien umzingelt. “ Die sind aber neugierig“ sage ich. „Nein, die sind hungrig“ sagt der Guide. Eine Information die Vertrauen schafft… „Das sind ganz liebe Haie“ versichert uns Cesar „die tun nichts“. Aber gross sind sie, einige über 2 Meter lang.
ruhigen Bewegungen fast gemächlich. Tatsächlich gelten sie als sehr entspannt und für
Menschen ungefährlich.
Ammenhaie sind Assfresser, aber leider haben wir kein Futter dabei. So verlieren sie schnell ihr Interesse an uns und machen sich auf zum nächsten ankommenden Boot. Wir machen uns mit unseren Tauchermasken auf ins Wasser, ein bisschen mulmig ist mir schon. Doch im ersten Moment ist kein Hai in Sicht.
Cesar führt unsere Schnorchelgruppe zum nächsten Boot, hier ist die Fütterung in vollem Gange, die Haie springen halb aus dem Wasser um an die Futterfische zu kommen. Die riesigen Gelbschwanzthunfische umkreisen sie hektisch um auch etwas ab zu bekommen. Auch Stachelrochen haben sich eingefunden, vielleicht fällt ja was zu Boden. Und über dem Boot kreisen die Möwen und riesige Fregattvögel – die wollen auch was ab haben vom Kuchen… mehr Aktion über und unter Wasser geht nicht.
Man dürfte die Haie auch streicheln… aber man muss es ja nicht übertreiben.
Wir schwimmen mit unserer kleinen Gruppe weiter zum Riff. Cesar zeigt uns eine grüne Muräne, die zwischen den Felsen lauert. Überall treffen wir auf die Ammenhaie. Sie sind neben uns, unter uns ziehen ruhig ihr Bahnen oder liegen schlafend im Seegras. “ Die Haie leben schon seid vielen Jahren hier, sind hier geboren “ informiert uns Cesar “ sie sind an die Schnorchler und Menschen gewöhnt.“ Es gibt hier auch Hammerhaie und Riffhaie aber die mögen keine Menschen weiss unser Guide zu berichten und so bekommt man sie nicht zu Gesicht – darüber ist Cesar wohl ganz froh, denn diese Haie gelten als aggressiver und man möchte ja kein Risiko eingehen mit den Touristen…
Wenn man sich erst einmal an den Anblick der vielen Haie um sich herum gewöhnt hat, sind sie mit ihrer ruhigen bedächtigen Art auch gar nicht mehr so unheimlich und so steige ich die Badeleiter hinauf, während zwei Ammenhaie und unzählige Gelbflossenthuns es sich unter unserem Katamaran gemütlich gemacht haben.
Auf dem Rückweg zu unserem Ankerplatz vor San Pedro erregen wir noch das Interesse einer Möwe und nachdem ich sie angefangen habe zu füttern werden es nach in jeder Minute mehr.
Ein erlebnisreicher Tag mit intensiven Tierbegegnungen.