Klassische Touristenroute durch Guatemala: Guatemala-Stadt – Antigua – Atitlan-See – Semuc Champey – Flores/Tikal – Rio Dulce
Unterwegs auf eigene Faust.
Mai/November/Dezember 2025
Guatemala auf eigene Faust zu erkunden ist – fast – unkompliziert. Zwischen den Sehenswürdigkeiten des Landes verkehren die sogenannten Chickenbusse der Einheimischen.
Komfortabler geht es mit den Touristenshuttles die täglich zwischen zahlreichen Destinationen verkehren. Bei mehreren privaten Anbietern kann man den Service online buchen – es gibt aber auch Anbieter vor Ort. Die Abholung erfolgt entweder direkt am Hotel/Hostel oder an einem Sammelpunkt im Ort.
Mit diesen Shuttlebussen haben wir uns auf den Weg gemacht.
Ausgangspunkt war Guatemala – Stadt, die wir im Mai schon bei unserem ersten Besuch ausführlich erkundet haben.
Berichte zu Guatemala – City:
Ciudad Cayala -Modernes Wohnviertel in Guatemala – Stadt
La Aurora – der Zoo von Guatemala – Stadt
Deshalb sind wir nach unserem Flug aus Deutschland und zwei Tagen Relaxzeit direkt aufgebrochen Richtung Antigua, der ehemaligen Hauptstadt von Guatemala, die zum Weltkulturerbe gehört.
Auch wenn die Entfernungen oft nicht weit klingen, dauern die Fahrten ihre Zeit – das ist zwei Dingen geschuldet.
Zum einen ist das Landesinnere Guatemalas gebirgig – es geht in Serpentinen permanent bergauf und bergab. Zum anderen befinden sich an den bewohnten Orten und Dörfern, die sich längs der Strasse ziehen alle paar Meter Bodenschweller um den Verkehr für die Anwohner sicher zu machen. Über diese grossszügigen Tumulos geht es nur ganz vorsichtig im Schritttempo.
So dauert die knapp 40 km lange Strecke mit dem Shuttle fast zwei Stunden.
Antigua – die alte Hauptstadt
Antigua war vom 16. – 18. Jahrhundert die Hauptstadt von Guatemala und ist seit 1973 Weltkulturerbe. Zwischen alten Bauten, von denen oft nur noch Fragmente stehen, gibt es eine liebevoll restaurierte Altstadt. In historischen Gebäuden befinden sich Geschäfte, Fast Food Ketten und liebevoll eingerichete Bars und Restaurants.
Antigua ist in Guatemala ein echtes must-see.
Atitlan See
Von Antigua geht die Fahrt weiter zum Atitlan – See. Dieser ist der zweitgrösste See in Guatemala, der tiefste in Mittelamerika. Eingebettet in der Sierra Madre, überragt von drei Vulkanen, die noch aktiv sind ist er eigentlich ein Vulkankrater eines ehemaligen Supervulkans. Wir übernachten in Panajachel. Von dort besuchen wir mit den sogenannten Lanchas – kleinen Schnellbooten die Maya – Dörfer rund um den See.
Für die knapp 90 km lange Strecke von Antigua bis zum Atitlan Seen benötigen wir etwa 4 Stunden mit dem Shuttle.
Antigua und der Lago Atitlan liegen in der Nähe des Pazifik. Unsere weiter Tour vom See zu unserem nächsten Ziel Semuc Champey führt uns rund 260 km quer durchs Land wieder Richtung Karibikküste.
Lanquin & Semuc Champey
Schon morgens um 7:00 Uhr sammelt uns der Shuttle am Hotel ein und abends um 19:00 Uhr erreichen wir Lanquin. Von dort bringt uns ein Leiterwagen zu unserer Unterkunft Greengo – ein Hotel und Hostel mitten im Dschungel direkt nehmen dem Monument von Semuc Champey. Wir erreichen Gerrngos um 21.00 Uhr sind sind froh die Etappe des Tages geschafft zu haben.
Am nächsten Morgen machen wir uns zu Fuß auf nach Semuc Champery. Von der hochgelegenen Aufstiegsplattform hat man einen spektakulären Ausblick auf die Wasserbecken des Rio Cahabon in denen man baden kann. Die Treppen zu erklimmen ist jedoch eine schweisstreibende Aktivität. Weiterhin gibt es in dem Gebiet Höhlen zu durchwandern und auf dem Fluss Cahabon sowie auch auf dem Fluss Lanquin kann man sich rund 4 – 5 km mit einem Tub flussabwärts treiben lassen. Wildwasserrafting ist auch möglich.
Wir beschränken uns – altersgerecht – auf ein Tubing. Ein guatemaltekischer Guide begleitet uns und sorgt dafür, dass wir unbeschadet über die kleinen Stromschnellen kommen. Hierbei ist das grösste Problem nicht die Fliessgeschwindigkeit des Wassers sondern die geringe Tiefe und Steine unter Wasser mit denen ich auch einmal Kontakt aufnehme.
Da wir Flores und die dortige Maya – Ausgrabung Tikal bereits im Mai besucht haben, soll unsere letzte Fahrt direkt von Lanquin an den Rio Dulce gehen, wo unser Boot Joline bereits auf uns wartet.
Das gestaltet sich plötzlich als nicht ganz so einfach – ein Shuttle nach Flores wäre von Lanquin ohne Probleme möglich gewesen, aber direkt zum Rio Dulce finden sich nur wenig Anbieter.
Letztlich finden wir einen Transport. In einem Allrad – Fahrzeug geht es auf Tour. 190 km trennen uns noch vom Rio Dulce. Sechs Stunden soll die Fahrt dauern und der Fahrer holt uns schon kurz vor 8:00 Uhr am Hotel ab. Während der Tour wird uns dann auch klar, warum die Anbieter diese Tour meiden… die befestigte Strasse ist noch nicht durchgehend fertig und so rappeln wir gut 90 Minuten auf der Hälfte der Strecke über Stock und Stein – im wahrsten Sinne des Wortes.
Mit rund 15 km/h bugsiert uns der Fahrer über Lehm und Schotterstrassen die Serpentinen bergauf und bergab. Wir werden richtig durchgeschüttelt. Nach 1,5 Stunden fängt plötzlich – mitten im Dschungel – die Ashaltstrasse wieder an und wir können aufatmen.
Nach 4 Stunden Fahrt setzt uns der Fahrer vor Ort ab. Hut ab vor unserem Driver und auch dem Auto, das er diese Strecke gefahren ist…. und er muss jetzt auch noch wieder zurück…
Wir sind zurück am Rio Dulce – jetzt noch ein Tuc Tuc zur Marina…
Bericht Rio Dulce: Segelrevier Rio Dulce Hurrican Hole im Landesinneren von Guatemala
Die klassische Touristenroute würde vom Semuc Champey nach Flores gehen um die Maya-Ausgrabungen in Tikal zu besuchen. Von dort gibt es einen Inlandsflug ( ca. 50 Minuten) nach Guatemala – Stadt, den wir im Mai genutzt haben – oder man nimmt noch mal einen Shuttle. 10 Stunden soll der Shuttle für die rund 490 km benötigen…
Bericht zu Tikal: Tikal – Maya – Ausgrabung in Guatemala
Sicherheit, Land und Leute
In der Vorbereitung auf unsere Reise habe ich über Guatemala gelesen, dass es kein sehr sicheres Reiseland ist. Nach mehreren Wochen unterwegs in Guatemala – Stadt, Dörfern und über Land kann ich nicht nachvollziehen, woher diese Informationen kommen. Vielleicht alte Eindrücke, die nie korrigiert wurden… Wir haben uns jederzeit sicher und willkommen gefühlt.
Ich erlebe ein Land, das Fremden gegenüber sehr offen ist. Die Menschen sind interessiert, freundlich und hilfsbereit. Es geht allerorts entspannt zu. Auch wenn die Unterschiede zwischen den stylischen Hotels und oft auch Hostels und dem einfachen Leben vieler Guatemalteken immens auseinanderklaffen, bewegen sich Einheimische und Touristen friedlich nebeneinander. Der Tourismus bringt Geld ins Land und die geschäftigen Guatemalteken wissen das für sich zu nutzen. Auf mich wirken Land und Leute sehr authentisch.
Ob Restaurants, Hotels, Shuttles – alles funktioniert zuverlässig und pünktlich. Ob gehobene Lokation oder einfache Einheimischenküche – überall wird sehr auf Sauberkeit geachtet.
Den meisten Reisenden, denen wir begegnen sind Backpacker, die das Land mit dem Rucksack erkunden. Klassischer Badeurlaub ist hier noch sehr wenig verbreitet.
Guatemala ist auf jeden Fall eine Reise wert und Bernd und ich fühlen uns in diesem Land sehr wohl und akzeptiert.