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Belize,  Bay Islands Honduras,  Überfahrten

Überfahrt von Belize nach Guanaja/Bay Islands Honduras

12.02. – 13.02.2026

Um 13 Uhr sind die Vorbereitungen für unsere Abfahrt abgeschlossen – Bernd hat schnell noch einen Keilriemen am Motor gewechselt – und es heißt: „Anker auf“

Als erstes müssen wir unseren Weg durch das Belize Barrier Reef finden – es gibt nur eine schmale Durchfahrt, die noch dazu einen Haken schlägt und wir müssen genau nach den Wegpunkten des Kartenplotters navigieren – sehen kann man die Passage über Wasser nicht. Unser Einheimischer Guide hat uns die Route erklärt und er meinte das immer wieder Boote aufs Riff laufen, wenn sie versuchen einen geraden Weg zu fahren.

Abfahrt von Belize
Belize verschwindet am Horizont.

Das Belize Barrier Reef gehört zum Mesoamerikanischen Barrier Riff – das zweitgrößte nach dem Great Barrier Reef in Australien und es erstreckt sich auf rund 1000 Kilometer Länge zwischen Guatemala, Belize, Mexiko und Honduras. Am Ende unserer Überfahrt werden wir den Ausläufern des Riffs also wieder begegnen.

Hinter dem Riff vor Belize ist das Wasser sehr niedrig rund 2 – 3 Meter. Nach der Riffdurchfahrt springt die Wassertiefe auf 2000 Meter und steigert sich dann schnell auf 4000 Meter. Da wird die Fahrt erst einmal zu einer ziemlichen Schaukelei bis wir das offene Meer erreicht haben und die Wellen sich eingependelt haben.

Jetzt kann der Autopilot übernehmen und wir achten auf Hindernisse, Begegnungen und Untiefen.

Riff
Hinter dem Riff liegt das offene Meer – aber erst einmal muss ein sicherer Durchgang gefunden werden.

Dank Starlink haben wir während der Überfahrt stabiles Internet und so können wir uns die Zeit vertreiben mit den Olympischen Winterspielen – Eislaufen und Eistanz fasziniert uns.

Sonnenuntergang Fahrt nach Guanaja
Sonnenuntergang auf dem Meer – bald umfängt uns die Dunkelheit.

Nach einer recht ruhigen Nacht weckt uns am nächsten Morgen die Sonne. In der Nacht haben einige Schiffe, unter anderem das Kreuzfahrtschiff „Carnival of the Seas“ unseren Weg gekreuzt – aber meist so weit entfernt, dass wir sie nur auf dem Kartenplotter ausmachen konnten. Die neue Antenne zeigt was sie kann und so empfangen wir stabil AIS Signale aus bis zu 40 Nm Distanz.

Gegen Mittag werden wir von einer Handvoll Delfine aufgebracht, die uns ein Stück des Weges begleiten.

Delfinbegleitung
Delfinbegleitung

Das Wetter ist uns weiterhin hold – der erwartete Ostwind bleibt stabil und lässt einen Kurs hoch am Wind Richtung Guanaja zu. Bernd hat die Angeln ausgebracht, aber das allgegenwärtige Sargasso Gras verfängt sich ständig in den Angelhaken und macht uns einen Strich durch die Rechnung – da bleibt Bernds Teller leer.

Sonnenaufgang auf dem Weg nach Guanaja
Sonnenaufgang auf unserem Weg nach Guanaja

Obwohl wir gut durchkommen und Wind und Wellen uns in die richtige Richtung tragen, ist es doch schon finstere Nacht als wir die Ankerbucht von Guanaja – Bay Islands Honduras erreichen. Um in die Bucht zu gelangen muss erst noch das Riff umschifft werden und dann heißt es im Dunkeln einen Ankerplatz festlegen. Mit der Taschenlampe machen wir die Position der Boote in der Ankerbucht aus und finden einen Platz für uns. Da der Anker im schlammigen Untergrund nicht richtig hält, sieht sich Bernd gezwungen mit dem Dinghy noch unseren Zweitanker auszubringen.

Wir bringen die gelbe Quarantäneflagge aus und nehmen telefonischen Kontakt mit der Immigration auf – aber am Wochenende will dort keiner Dienst schieben – wir bekommen einen Termin für Montagmorgen, werden herzlich willkommen geheissen und dürfen uns auch bis dahin frei bewegen. Karibische Gelassenheit.

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Das Bootslicht lockt die Fische an und ruft die Räuber auf den Plan. Wir beobachten einen Tintenfisch bei seiner Jagd.

Im Lichtkegel unseres Bootes macht sich ein Tintenfisch auf die Jagd – wir scheinen in sein Revier eingedrungen zu sein. Fasziniert schauen wir ihm eine Weile beim Jagen zu, dann wird es Zeit zum Abendessen.

158 Seemeilen haben wir auf dieser Tour zurückgelegt.

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