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Überfahrt von Jamaika (Kingston) nach Panama (Linton Bay) über das Karibische Meer

16.04. – 21.04.2026

Nachdem wir am Mittwochabend mit unserer Gastcrew Carsten und Miriam bei der jamaikanischen Immigration in der Royal Jamaika Marina in Kingston – wie immer mit langer jamaikanischer Wartezeit – ausklariert haben, starten wir am Donnerstagmorgen für unsere Überfahrt.

Nachdem uns Carsten eine Ankerwinch von Deutschland mitgebracht hat, die Bernd direkt verbaut hat, ist das Ankereinholen nun keine Herausforderung mehr. Die neue Ankerwinch läuft wie am Schnürrchen. So starten wir planmässig kurz nach 9 Uhr.

Abschied von Jamaika
Abschied von Jamaika

Zuerst geht es zur Tankstelle – die soll ab 9 Uhr geöffnet sein, aber der Manager hat die Tankstellenschlüssel und so müssen wir erst einmal warten. Bis wir endlich Diesel getankt haben – die Tanks sind ausgesprochen leer und Frischwasser aufgefüllt ist es schon 11:20 Uhr bis wir endlich in See stechen können.

Crew Miriam und Carsten
Die neue Crew – Carsten und Tochter Miriam

Die Wetterprognosen verheißen leichtes Wetter mit moderatem Wind und so stechen wir entspannt in See. Für die Gastcrew ist es die erste Überquerung eines Meeres ohne Landblick und sie hat wenig Segelerfahrung, so ist es ein gutes Wetter für erste Erfahrungen.

Nachdem wir unter Motor die Bucht von Kingston verlassen haben können wir Segel setzen und kommen auch ganz gut voran. Zwischendurch flaut der Wind immer wieder mal ab und wir brauchen Motorunterstützung um weiter zu kommen.

Am Ende haben wir nach der ersten Nacht ein Etmal (Schiffstagesetappe) von 110 Seemeilen zurück gelegt, das liegt leicht unter dem kalkulierten Durchschnitt von 120 SM.

Miriam an der Kurbel
Miriam kämpft mit der Kurbel – ganz schön schwer so ein Segel hochzukurbeln

Am Nachmittag bekommen wir Besuch, vier Schwalben umrunden unser Boot, landen und fliegen weiter und prüfen, ob wir ein guter Rastplatz sind. Allerdings sind wir auf weiter Strecke die einzige Option. Nach gut einer Stunde entscheidet sich ein Schwalbenpärchen, bei uns die Nacht zu verbringen. Sie kuscheln sich auf der Ablage über unseren Köpfen aneinander – am nächsten Morgen machen sie sich gestärkt wieder auf die Reise.

Schwalbenpaerchen
Ein Schwalbenpärchen macht mit uns eine Nachtfahrt.

Dafür hat ein Tölpel bei Sonnenaufgang den Weg zu uns gefunden. Er läßt sich in unserem Lazybag nieder und beginnt erst einmal ausfühlich sein Gefieder zu putzen und zu trocknen. Bedenken hinsichtlich der Menschen an Bord scheint er nicht zu haben. Naja, er ist ja auch deutlich größer als die Schwalben…

Das Meer ist weiterhin ruhig und es weht nur ein leichtes Lüftchen. Und so packen wir zum ersten Mal in dieser Segelsaison unsere Spi aus und die Crew setzt Segel. Mit dem Spinaker kommen wir gut voran – zum Abend wird sie dann wieder eingeholt.

Am nächsten Morgen werden wir von einer großen Schule von Fleckendelphinen aufgebracht, in ihrer neugierigen und verspielten Art begleiten sie uns ein ganzes Stück und schwimmen unter unserem Boot und zwischen unseren Kufen mit Leichtigkeit hin und her und wir können ihren Anblick genießen und schöne Fotos und Videos machen.

Delfin vor Joline
Fleckendelfine besuchen uns mit einer ganzen Schule am Boot und begleiten uns ein Stück des Weges.

Am Abend bekommen wir wieder Schwalbenbesuch, ein Pärchen umkreist unser Boot findet aber letztlich kein Vertrauen zu uns und zieht weiter. Wir googeln, dass wir uns mit unserem Boot auf der Zuglinie der Zugvögel befinden, kein Wunder also, dass wir hier so weit auf dem offenen Meer die kleinen Flieger so häufig treffen. Erstaunlich ist es trotzdem zu sehen, wie diese kleinen Vögel mit ihren kurzen Flügeln so weite Strecken – immerhin 1000 km ohne Land – zurück legen. Wenn wir da einen Platz zum Ausruhen anbieten können, machen wir das gerne.

Carsten und Bernd hissen den Spinaker
Die Geheimwaffe bei Schwachwind – der Spinaker

Am Montag ist unser letzter voller Segeltag angebrochen, wir segeln wieder mit Spinaker. Die Dichte der Sargasso – Braunalgen, die sich als Plage immer mehr im Karibischen Meer ausbreitet und das Angeln fast unmöglich macht, da sie sich ständig in den Angelhaken verfängt nimmt ab und wir können endlich Angelerfolge erzielen. Erst beisst ein Mahi Mahi – wenn auch nur ein verhältnismässig kleiner und dann ein Thunfisch an und am Abend kommt endlich selbstgefangener Fisch auf den Grill. Der schmeckt immer noch am Besten.

Thunfisch an der Angel
Ein kapitaler Thunfisch an der Angel. Diesmal sind die Teller gut gefüllt.

Nach einer ruhigen Nacht heißt es am nächsten Morgen um 6:11 Uhr „Land in Sicht“. Panama mit seinen grünen Hügeln taucht am Horizont auf und rückt dann Stunde um Stunde näher. Gegen 14:00 Uhr laufen wir in die Bucht von Portobelo ein, das ist unser erster Landfall in Panama, doch bei der Imigration erfahren wir, das Einklarieren vor Ort nicht mehr möglich ist und wir weiter müssen zur Linton Bay. Also müssen wir die 11 Seemeilen noch weiter segeln. Nach der Pause in Portobelo erreichen wir unseren Standort dort um Mitternacht.

Eine wettertechnisch ruhige und entspannte aber auch tierreiche Überfahrt liegt hinter uns. Wir haben 560 Seemeilen zurück gelegt.

Ueberfahrt Jamaika nach Panama
Überfahrt von Jamaika (Kingston) nach Panama (Linton Bay) über das Karibische Meer 10

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