Carsten am Segel
Gedanken und Motivation,  Gastbeitrag,  Jamaika,  Panama,  Überfahrten

Gastbeitrag von Carsten, der uns auf unserer Überfahrt von Jamaika nach Panama begleitet hat.

11.04. – 25.04.2026

Das Meer, vielleicht das Großartigste, was die Erde besitzt, nahm ich in meine Seele auf.
ADALBERT STIFTER, Der Nachsommer, S. 360

Mit dem „Nachsommer“ als E-Book, einem Taschenbuch von Gerald Hüther, leichtem Kabinengepäck und einer schweren Ankerwinsch war ich auf dem Weg über Hannover und London nach Kingston auf Jamaika. Die Bundespolizei und die Zollbehörde von Jamaika interessierten sich vertieft für mein Aufgabegepäck, in London war das uninteressant. Auf der Südseite der Karibikinsel empfahl Lonely Planet die Blue Mountains und den dort angebauten Kaffee, das Bob Marley Museum und „having ice cream at Devon House“ in Kingston als „must see“.

Da passte es gut, dass wir zunächst mit Petra und Bernd auf ihrem Katamaran in der Bucht vor Kingston ankerten und noch einige Tage auf ein günstiges Wetterfenster für die Überfahrt nach Panama warteten.

Die ersten Tage begannen nicht allzu früh mit einem ausgiebigen Frühstück, und dann hatten wir Zeit, die nähere Umgebung zu erkunden. Sogar ein Strandausflug nach Hellshire Beach mit meiner Tochter war noch drin.

Dann lagen 5 Tage und 5 Nächte vor uns für die rund 560 Seemeilen weite Überfahrt nach Portobelo. Das Wetter und die Wellen stellten uns vor keine großen Herausforderungen und so genoss ich die Tiefen-entspannten Tage auf dem karibischen Meer, wo ich mich nach kurzer Zeit angenehm heruntergefahren fühlte und mich weit entfernt von den Herausforderungen des Alltags befand. In den Tagen auf See beim gemeinsamen Plaudern, Kochen und Spielen schien sich die Zeit auf ein angenehmes Maß zu dehnen, es blieb genügend Muße für meine Lektüre und ein besonderes Erlebnis waren für mich die dunklen Stunden in der Nacht, wenn ich am Steuer Wache halten durfte. Um den Zauber aller drei Schichten zu erleben, hatten wir uns auf einen täglichen Wechsel verständigt. Im Ergebnis war das genau richtig und gleichzeitig körperlich durchaus anstrengend. In den drei Stunden vor Mitternacht hing noch der Nachklang des gemeinsamen Abends in der Luft, die ruhigen Stunden nach Mitternacht boten Gelegenheit, eher nach innen zu hören, und die Stunden von drei bis sechs waren der Vorfreude auf den Sonnenaufgang gewidmet.

Vor der Nordküste von Panama hatten wir ein paar ruhige Tage mit einer Dinghi-Tour durch einen Mangrovenkanal und Küstensegeln, wobei ein ruhiger Ankerplatz vor einer kleinen Insel den Törn abschlossen.

An Petra und Bernd ein herzliches Dankeschön für die großartige Gastfreundschaft und die wunderbare geteilte Zeit!

Carsten

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