Insel Isabela auf Galápagos: Vulkane, Riesenschildkröten & wilde Natur
Isabela ist mit Abstand die größte Insel der Galápagos. Ihre markante Form erinnert aus der Vogelperspektive an ein Seepferdchen. Entstanden ist sie durch die Verschmelzung mehrerer Vulkane, von denen einige bis heute aktiv sind.
Trotz ihrer Größe leben hier nur wenige Tausend Einwohner. Das Zentrum des Insellebens ist Puerto Villamil an der Südküste – ein entspannter Küstenort mit Sandstraßen, kleinen Restaurants und einer Atmosphäre, die sofort Urlaubsgefühle weckt.
Traumstrände ohne Menschenmassen
Besonders in den Morgen- und Abendstunden zeigt sich die Insel von ihrer schönsten Seite. Während die Sonne langsam über dem Pazifik auf- oder untergeht, gehört der Strand oft fast ausschließlich der Tierwelt.
An der Südküste von Isabela Island liegt einer der beeindruckendsten Orte des gesamten Galápagos-Archipels:
Los Túneles – oder Cabo Rosa
Schon die Anfahrt per Schnellboot von Puerto Villamil ist ein Erlebnis.
Felsen im Meer
Nach etwa einer Stunde tauchen aus dem türkisfarbenen Wasser bizarre Lavaformationen auf.
Hier treffen zwei typische Elemente der Galápagos-Inseln unmittelbar aufeinander: junge Vulkanlandschaft und eine erstaunlich artenreiche Meereswelt. Die bizarre Landschaft entstand aus Lavaströmen, die bis ins Meer flossen. Die äußere Lavakruste erstarrte, während im Inneren noch flüssige Lava weiterströmte. Später stürzten Teile dieser Hohlräume ein – zurück blieben Tunnel, Bögen, Brücken und kleine Lavainseln.
Trotzdem beginnt die Vegetation langsam, die Lava zurückzuerobern.
Flechten gehören zu den ersten Pionieren. Sie können sich auf dem nackten Gestein ansiedeln und tragen dazu bei, dass langfristig neues organisches Material entsteht. Dazwischen wachsen Kakteen, die mit der extrem trockenen Umgebung gut zurechtkommen.
Das schönste Schnorchelerlebnis der Reise
Schnorcheln in Los Túneles auf Isabela – Begegnungen mit Meeresschildkröten
Nach dem Besuch der bizarren Lavaformationen von Los Túneles auf Isabela geht es für uns ins Wasser. Schon die Einfahrt in dieses Labyrinth aus schwarzen Lavafelsen ist beeindruckend: Schmale Kanäle, natürliche Brücken und kleine, geschützte Wasserbecken machen die Landschaft einzigartig.
Schnorcheln zwischen Lava und Mangroven
Wer bei Los Túneles unter Wasser eine farbenprächtige Korallenwelt wie in der Karibik erwartet, könnte allerdings etwas enttäuscht sein. Der Meeresboden wirkt erstaunlich karg. Zwischen Sand, dunklen Vulkansteinen und einzelnen Algen gibt es vergleichsweise wenig Bewuchs. Gerade dieser Kontrast macht den Ort aber interessant: Über uns die spektakulären schwarzen Lavaformationen, unter uns ein eher unscheinbarer Meeresboden – und trotzdem tauchen plötzlich faszinierende Tiere auf.
Die Wege durch die Lavaformationen sind teilweise sehr eng. Beim Schnorcheln geht es durch schmale Passagen und unter niedrigen Lavaüberhängen hindurch. Man sollte deshalb gut auf Kopf und Körper achten und immer in der Nähe des Guides bleiben. Je nach Wasserstand und Bedingungen können manche Durchgänge sehr knapp werden.
Dann erscheinen die Meeresschildkröten
Der eigentliche Höhepunkt kommt für uns unter Wasser: Meeresschildkröten!
Plötzlich gleitet eine große Grüne Meeresschildkröte ruhig durch das klare Wasser. Sie lässt sich von den Schnorchlern kaum beeindrucken und zieht mit langsamen, kräftigen Bewegungen über den sandigen Grund. An manchen Stellen können mehrere Schildkröten gleichzeitig beobachtet werden.
Das Faszinierende ist ihre Ruhe. Während wir versuchen, möglichst vorsichtig hinterherzuschwimmen, lassen sich die Schildkröten scheinbar überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. In dem flachen Wasser und den engen Lavatunneln kommt man den Tieren unglaublich nah – manchmal muss man sogar Ausweichmanöver schwimmen, dabei erscheint es so, als ob die Meeresschildkröten von den Schnorchlern erwarten, dass sie ausweichen.
Die Schildkröten sind für mich eindeutig der Höhepunkt des Schnorchelns in Los Túneles.