Karibik – Tagebuch – III – Abwettern mit Kreuzfahrtschiffen – Grand Cayman Island
Seite 11 – Wetterkapriolen…
20.02. – 25.02.2026
George Town
Nach drei Reisetagen genehmigen wir uns erst einmal einen Tag Ruhe und ich nehme ein Bad im glasklaren Meer. Allerdings ist die Strömung am Boot sehr stark – Schwimmen ist da nicht angesagt, nur abkühlen.
Der Dinghymotor hat sein Wasserbad problemlos überstanden und so machen wir uns am zweiten Tag mit dem Dinghy auf um den Ort zu erkunden.
Wie sich das für eine reiche Insel gehört säumt die Uferseite Markengeschäfte: Gucci, Rolex, Cartier, Hermes… Unzählige Juweliergeschäfte ergänzen das Bild. Hier können die Kreuzfahrer shoppen – je nach Geldbeutel – Gold, Silber oder Stainless… und das alles mehrwertsteuerfrei.
Wir stöbern ein bisschen durch die Geschäfte – wie sich das für eine Seefahrerinsel gehört – gibt es hier maritime Motive in Hülle und Fülle. Das ist natürlich verlockend. Es gibt viel Mengenware und preisgünstig ist relativ wie wir feststellen müssen. Die Begeisterung der Verkäufer für das Angebot ist größer als unseres.
Wir orientieren uns welche Angebote die Restaurants anbieten – Happy Hour ist hier großes Thema – grosszügig zwischen 16:00 – 19:00 Uhr. In der Eisdiele gibt es das amerikanische Eis von Häagen Dasz – wir gönnen uns einen großen Eisbecher. Der macht pappsatt und so fällt Abendessen aus. Stattdessen wollen wir uns zum Abschluss noch ein einheimisches Bier vom Fass gönnen. Auf dem Weg bekommen wir einen Flyer für den Besuch eines Juwelierladens – jeder Besucher erhält einen kleinen Silberrochen als Anhänger – gratis. Derart motiviert beschließen wir, auch diesem Geschäft noch einen Besuch abzustatten, zumal es auf dem Weg liegt.
Gleich am Eingang liegen die maritimen Schmuckstücke – aussergewöhnlich schön… und wir haben ja auch bald unseren 35. Hochzeitstag… Zwei Motive haben es mir besonders angetan, ein Teufelsrochen und eine Walschwanzflosse, besetzt mit hellen und dunkelblauen Steinen. Der Juwelier macht uns ein Angebot, das wir nicht ablehnen können, wenn wir beide nehmen…
Anschließend statten wir dem örtlichen Supermarkt einen Besuch ab. Das Angebot ist riesig, die Preise mit heimischen Preisen vergleichbar – und vor allem gibt es hier Sauerteigbrot! Wir können unser Glück nicht fassen. Wenn mir etwas auf unseren Reisen abgeht, dann ist es dieses ewige Toastbrot, jetzt muss dieses Brot auch nur noch nach Brot schmecken… auch das ist nicht selbstverständlich.
Bernd kramt die E – Scooter hervor, die Insel bietet sich für Fahrten direkt an. Bernds Gefährt funktioniert auch gleich tadellos – meines nicht. Wasser hat dem Motor zugesetzt – das Hinterrad ist komplett blockiert und so heißt es erst einmal wieder: Reparatur! Zum Glück bekommt Bernd am Ende auch meinen Scooter wieder zum Laufen. Jetzt steht einer Tour in den nächsten Tagen nichts mehr im Wege. Aber es kommt anders als geplant.
Am nächsten Morgen hat uns der angesagte Sturm auch hier auf Grand Cayman eingeholt und wir genießen unser Frühstück während eines wilden Wellenrittes. Die flache Insel mit einer Höchsterhebung von 7m bietet keinen Landschutz. Dann zieht auch noch eine Regenfront durch und wir können gar nicht so schnell alle Luken dicht machen wie das Wasser über uns hereinbricht. Nachdem alles gut verschlossen ist, ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Kurzzeitig geht der Wind auf über 40 Kn und peitscht den Regen über das Wasser. Nachdem der Windkragen durch ist, haben wir fast Windstille. Wetter wie aus dem Lehrbuch.
Der Sturm soll noch drei Tage anhalten, da müssen wir uns einen geschützteren Ankerplatz suchen, die Kreuzfahrtschiffe haben sich auch schon verzogen.
Die Port Security gibt an, dass wir nur an der Südküste einen ruhigen Ankerplatz finden werden, aber da tummeln sich auch schon die anderen Schiffe. Zunächst heißt es wir sollen losfahren und nach dem die Kreuzfahrer ihre Operationen beendet haben – so gegen 17:00 Uhr – könnten wir eine Boje aufnehmen. Nach gut einer Stunden erreichen wir die neue Lokation, die Kreuzfahrer liegen schon vor Anker. Wir finden direkt eine freie Boje und werden jetzt die nächsten drei Tage hier abwettern.
Da es für das Boot weiter Richtung Osten keine Ankermöglichkeiten mehr gibt, wollen wir erst einmal die Ostküste von hier aus erkunden.
Mit dem Dinghy fahren wir an die Küste, vorbei am Steg für die Kreuzfahrer – hier ist kein Platz für uns. Es gibt einen weiteren Steg an der Spott Bay Beach – ein empfohlener Schnorchelpunkt. Allerdings müssen wir feststellen, das das Wasser hier an einigen Stellen selbst für ein Dinghy zu flach ist, immer wieder ragen Korallenköpfe hervor und so wird die Dinghyfahrt zur Slalomroute.
Queen Elisabeth II Botanic Park
Der Strand ist gut besucht, immerhin liegen zwei Kreuzfahrtschiffe vor Ort – wir wollen aber zur Straße und von da den Bus zum Queen Elisabeth II Botanical Garden nehmen. Es gibt verschiedene Linien und zum Mitfahren müssen wir einfach nur winken. Der erste Bus, den wir anhalten ist aber nicht die richtige Linie, beim zweiten haben wir Glück. Er bietet uns auch direkt an – gegen einen kleinen Aufpreis – uns bis zum Eingang des Botanischen Gartens zu fahren, sonst müssten wir an der Hauptstraße aussteigen. Am Ende sind wir froh, dass wir auf den Deal eingegangen sind. Ein guter Kilometer Asphaltstraße in der sengenden Sonne wären kein Vergnügen gewesen.
Im Botanischen Garten sind vor allem die Orchideen bemerkenswert, wir treffen Papageien und Agoutis. Zum Garten gehört auch eine Aufzuchtstation für den Blauen Leguan, eine Spezie, die es nur hier auf der Insel gibt.
Am nächsten Morgen machen wir uns wieder auf zum Dinghy Slalom an die Spott Beach. Diesmal mit Schnorchel Ausrüstung. Der Spot ist eher enttäuschend, wie oft bei Touristenhotspots. Die vielen Menschen haben den Sand immer wieder aufgewühlt. Riff und Korallen sind mit Sand bedeckt und wenig ansehnlich. Einige Fische sind unterwegs und ein paar Meeresschildkröten. Diese scheuen Einzelgänger sind hier so an Menschen gewöhnt, dass sie sich von den Schnorchlern nicht stören lassen und so kann ich eine ganze Zeit aus nächster Nähe eine wunderschön gezeichnete Karettschildkröte beim Grasen begleiten.
Am nächsten Tag hat sich der Wind wieder gedreht und unser Ankerplatz wird ungemütlich, Zeit zur Boje vor George Town zurück zu kehren.
Die Kreuzfahrtschiffe sind schon da…