Karibik – Tagebuch III – Entlang der Küste von Belize
Seite 7 – Kleine Orte, kleine Fische…
03.02. – 07.02.2026
Am nächsten Tag machen wir uns nach dem Frühstück auf zur Ankerbucht vor dem kleinen Ort Placencia.
Beim Versuch dort zu ankern gibt die Ankerwinsch ihren Geist auf, Zahnräder verschlissen. Ab jetzt heißt es: Anker hochkurbeln – denn ein Ersatzteil gibt es frühestens in Belize – Stadt. Wahrscheinlich aber erst mit dem nächsten Gast aus Deutschland… und der stösst erst im März zu uns…
Am Nachmittag machen wir uns auf die Örtlichkeiten zu erkunden. Es gibt Andenkengeschäfte, Restaurants, bunte Holzhäuser kleine Appartements und Hotels, Strandbars und grobkörnige Sandstrände.
Nachdem wir uns eine Zeitlang umgesehen haben, nehmen wir noch ein paar Bier an der kleinen Hafenbar und stellen fest, auch Belize braut sein eigenes Bier „Belkini“. Während wir unser gut gekühltes Flaschenbier genießen flattern uns die Fledermäuse um die Nase.
Da der Ort keine weiteren Highlights bietet beschließen wir, am nächsten Morgen direkt weiterzusegeln, doch eine intensive Regenfront stoppt uns. Das kalte Wetter bei dem Kuba Null Grad meldet und in Florida die Leguane steifgefroren von den Bäumen fallen scheint in seinen Ausläufern auch uns zu erreichen. Also vertreiben wir uns den Vormittag mit Kartenspielen.
Gegen Mittag klart der Himmel auf und Bernd und Sascha machen sich nochmal auf nach Placencia um zu sehen, welche Ersatzteile es vor Ort gibt.
Für das Boot können sie nichts hilfreiches finden, aber sie kommen mit Angelhaken zurück, die Sascha direkt erfolgreich beim nächsten Stopp in Lark Cay ausprobiert.
Die Gewässer zeigen sich sehr fischreich und so zieht Sascha einen Fisch nach dem anderen aus dem Wasser – einige jedoch zu klein zum Essen und so können sie wieder zurück ins Meer. Insgesamt reicht es aber für eine Mahlzeit am nächsten Tag.
Am Abend sind noch andere Fischjäger unterwegs – riesige Tarpune umkreisen das Boot und im Scheinwerferlicht machen sie Jagd auf kleine Fische und Insekten, die sich zu nah ans Wasser trauen.
Am nächsten Morgen strahlt die Sonne wieder als könnte sie kein Wässerchen trüben und wir machen uns auf weiter die Küste hinauf zu segeln, bis zu unserem Absprungpunkt nach Kuba liegen noch gut 100 Seemeilen vor uns. Durch die Kaltfront aus Nordamerika bläst uns der Northe entgegen und sorgt für Gegenwind und unruhige See. Aber er soll in den nächsten Tagen abflauen und dann ist für uns der Zeitpunkt zur Überfahrt nach Kuba gekommen.
Bei guten Segelbedingungen setzen wir unseren Weg fort und Sascha und Yvonne übernehmen das Steuer, so haben wir Zeit für ein bisschen Büroarbeit.
Am Abend ankern wir in der Sarpodilla Lagune. Mit dem Dinghy erkunden wir das verzweigte Kanalsystem zwischen den Mangroven, auf der Suche nach Seekühen und Wildlife. Aber abgesehen von ein paar Vögeln hält sich die Tierwelt vor uns verborgen.
In der Nacht wird Bernd vom Ankeralarm geweckt, der Anker hat sich im schlammigen Boden gelöst und das Boot abtreiben lassen. Also heißt es mitten in Nacht an Deck und den Anker neu setzen. Nach so viel Nachtaktivität fällt das Frühstück am nächsten Morgen um einiges später aus.
Langsam wird es Zeit sich über das Wetterfenster Gedanken zu machen für unsere Überfahrt nach Kuba. Je ruhiger die See umso entspannter die Überfahrt. Wir peilen den 10.2. an und takten unsere restliche Reiseroute auf dieses Datum.
Da heißt es für uns erst einmal ein bisschen Strecke zu machen. Doch der Northe macht das Segeln auf freier Strecke immer noch ein bisschen ruppig. Also suchen wir zum Mittag Landschutz und warten auf die Abendflaute – am Nachmittag geht es dann – bei deutlich beruhigter See – weiter und gegen Mitternacht erreichen wir unser gesetztes Ziel: Robinson Island. Für Sascha und Yvonne ist es ein erster Vorgeschmack auf die bevorstehende Überfahrt.
Nun können wir entspannt weiter segeln – unser Ausklarierungshafen ist nur noch ein paar Segelstunden entfernt, wir können es ruhig angehen lassen.
Also machen wir uns nach dem Frühstück auf für einen Segelausflug – vor dem Robinson Island liegt ein gesunkenes Wrack – eigentlich immer ein guter Schnorchelspot. Die beiden Bewohner der Insel und ihre zwei Hunde begrüssen uns herzlich und wir dürfen unser Dinghy an ihrem Steg anbinden. Doch der Schnorchelausflug bringt nicht das gewünschte Ergebnis. Das Wasser ist aufgewühlt und trübe und die Sicht eingeschränkt. Die vorbeischwimmenden Fische können bestenfalls erahnt werden.
Dafür bekommen wir einen Tipp für einen Schnorchelspot hinter der gegenüberliegenden kleinen Insel. Inseln hat es ja hier genug. Also machen wir uns mit dem Dinghy auf und müssen einen weiten Bogen schlagen, das Wasser ist hier teilweise sogar für unser „Soeckchen“ zu flach. Geschützt hinter der Insel ist das Wasser klar – einen Anlegenpunkt für unser Dinghy gibt es aber nicht. So geht nur Schnorcheln vom Dinghy aus – und aus dem Wasser wieder zurück ins Boot ziehen. Die Männer machen sich daher alleine auf den Weg und wir Frauen bestaunen ein paar riesige Seesterne von oben.
Der nächste Ankerplatz liegt vor Cay Caulker – ein empfohlener Stopp um Ort und Schnorchelgrund zu erkunden. Belize hat rund 440.000 Einwohner, der größte Ort – Belize Stadt davon rund 65.000 Einwohner, das heißt, es ist überall dünn besiedelt. Cay Caulker macht da keine Ausnahme. Sascha, Yvonne und Bernd machen sich trotzdem auf und finden einen Ort mit einer lehmgestampften Hauptstrasse und ein paar Restaurants vor. Wenn sie schon mal da sind genießen sie ihr erstes belizisches Essen. Die Preise sind gesalzen, immerhin ist das Essen schmackhaft.
Da die Gelegenheit günstig ist und wir aufgrund des fehlenden Windes – aus der richtigen Richtung – viel Motoren mussten tanken wir noch einmal voll bevor wir unseren letzten Wegpunkt in Belize ansteuern: San Pedro.