Karibiktagebuch III 26 Guna Yanla
Tagebuch Karibik III,  San Blas Inseln / Guna Yala

Karibik – Tagebuch III – Segeln in Guna Yala

Seite 26 – Hai oder nicht Hai, das ist hier die Frage…

26.04. – 09.05.2026

Nachdem wir wieder alleine an Bord sind heißt es jetzt erst einmal wieder – große Wäsche – und einmal durchs Schiff putzen für die nächsten Gäste.

Am Donnerstag nehmen wir Jonah, Toni, Marc und Hanna an Bord, die mit einem privaten Transfer aus Panama – City anreisen.

Hanna Jonah und Toni kommen an Bord
Jonah, Toni und Hanna kommen an Bord.

Da sie sich schon zwei Tage in Panama – City akklimatisieren konnten wollen wir uns schnellstmöglich aufmachen – Ziel der gemeinsamen Tour sind die San Blas Inseln oder auch Guna Yala – wie sie die einheimischen indigenen Guna nennen.

So machen wir uns noch am Donnerstag auf Proviant zu bunkern im Supermarkt des kleinen Ortes Linton. In zwei Dinghyfuhren bekommen wir Crew und Einkauf wieder an Bord.

Marc und Bernd nach Einkauf scaled
Bernd und Marc beim Einkauf in Linton.

Freitagmorgen um kurz vor sieben Uhr lichten wir den Anker – eine rund 10stündige Segeltour steht uns bevor um die Inselwelt von San Blas zu erreichen. Kurz bevor wir unser Ziel erreichen setzt ein intensiver Regenschauer ein so dass wir teilweise die Insel vor uns gar nicht mehr sehen können. Der Skipper beschließt daher in diesem riffreichen und oft flachen Gebiet noch etwas weiter zu segeln um einen ausreichend großen Ankerplatz zu finden, wo wir auch bei der schlechten Sicht sicher ankern können.

So ankern wir vor der kleinen Insel Miriadup. Zwischen Kokospalmen stehen ein paar Strohhütten mit Palmwedeln. Hier wohnt der Mola Master Prado – der uns stolz seine Molas zeigt – traditionelle Handarbeiten der Guna. Nachdem wir uns alle für eine Mola unserer Wahl entschieden haben gibt es noch ein Gruppenfoto und Kokosnüsse als Wegzehrung.

News San Blas
Mola – Master Prado und seine Frau präsentieren stolz ihre selbstgenähten Molas, die von der Tradition der Guna zeugen.

Wir segeln weiter zur Inselgruppe Hollandais Cays, die nur rund eine Segelstunde entfernt beginnt und ankern vor Sibadup – unter Seglern Whirlpool genannt weil durch die Mischung aus Strömung + Wind + Riffstruktur dieser Effekt manchmal erzeugt wird. Die Riffe sind von unserem Boot zu weit entfernt um sie schwimmend zu erreichen – aber in dem recht tiefen Wasser begegnen wir einem der neugierigen Ammenhaie, einem Vertreter des sehr scheuen Schwarzspitzen – Riffhais und einem großen Teufelsrochen der mit ruhigen Schlägen seiner Flügel durchs Wasser gleitet.

Den nächsten geplanten Ankerstopp – genannt Hot Tube in den Caobas Cays lassen wir aus, nachdem wir gelesen haben, dass es dort ein Krokodil gibt, das durch Fütterung durch Touristen an Menschen gewöhnt worden ist und damit Begegnungen der eigentlich menschenscheuen Tiere nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Die Gedankenlosigkeit mancher Menschen vor dem angemessenen und richtigen Umgang mit wilden Tieren und deren Folgen führt immer wieder dazu, den Kontakt mit der Natur in die falsche Richtung zu entwickeln.

Fam Guertler am Strand
Mit dem Dinghy geht es zu den einzelnen Inseln die verstreut im Meer liegen – Bernd, Petra, Jonah und Toni beim Anlanden einer Insel die hier Dup genannt werden.

So geht es direkt weiter zu einer weiteren Insel der Hollandaise Cays. 365 Inseln umfasst das Gebiet der San Blas – alle nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Kleine Sandinseln mit und ohne Palmen – die meisten unbewohnt. Einige mit Strohhütten besiedelt. Auf einer gibt es ein Restaurant, wo wir das Essen der Guna probieren können. Auf anderen gibt es kleine Unterkünfte für Tagesgäste von Panama. Ein paar Segelboote sind unterwegs.

Überall gibt es Riffe, die wir schnorchelnd erkunden können. Bunte Rifffische und manchmal auch größere Exemplare. Die größten die wir antreffen sind vereinzelt Haie. Bei der ersten Begegnung immer ein Moment des Erschreckens – einen guten Ruf haben diese Tiere ja nicht. Aber das legt sich schnell wenn sie entspannt vorbeischwimmen. Dann weicht das Unbehagen schnell der Faszination. Das Meer bekommt mehr und mehr ein Gesicht.

Guna Boot
Mehrmals täglich kommen die Gunas mit ihren Booten vorbei und bieten ihre Waren an.

Gelegentlich kommen Gunas auf Holzbooten vorbei, bieten Obst, Gemüse, Langusten, Krebse oder Fisch an – oder bieten selbstgenähte Molas feil. Mal gegen Geld, manchmal aber auch im Tausch gegen Naturalien – Softgetränke sind beliebt, aber auch Frischwasser.

Wir versuchen uns – hier hauptsächlich Toni – erfolgreich an der Zubereitung von Conch und erfolglos an der Zubereitung von Langusten – gar nicht so einfach diese Tiere auf den Teller zu bekommen.

Languste
Der Kauf einiger Langusten stellt sich für uns als großere Herausforderung heraus.

Die letzte Station unserer Rundreise durch die San Blas ist die Insel Chichime – wohl die touristischste in Guna Yala mit hauptsächlich Tagesgästen die aus Panama – City kommen. Vorher können wir noch als Highlight an einem Schiffswrack schnorcheln – die auf ein Riff gelaufene “ San Blas Ferry“ gesunken 2016.

Hanna und Marc am Strand
Hanna und Marc – auf den mit Kokospalmen reich bewachsenen Inseln fällt für uns die ein oder andere wohlschmeckende Kokosnuss ab.

Wir beschließen den Abend und unsere Reise durch die San Blas bei einem traditionellen Essen bei den Gunas am Strand. Es gibt frischen Fisch und Garnelen, dazu Mojitos und kaltes Bier. Zuerst wird der frisch gefangene Fisch an unserem Tisch am Strand vorbeigetragen, dann landet er auf unserem Teller. Es ist alles noch sehr ursprünglich und wir können das alles sehr genießen.

Hanna und Toni
Hanna und Toni unterwegs – Trampelpfade führen bei den größeren Inseln durch die grüne
Landschaft – die kleinen Inseln sind in kurzer Zeit zu Fuss zu umwandern.

Am nächsten Morgen heißt es zurück zur Linton Bay Marina – die Reise von Jonah und Toni geht zu Ende. Nach einer schnellen entspannten Tour erreichen wir wieder unseren gemeinsamen Ausgangspunkt und für die Jungs heißt es Abschied nehmen.

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