Karibik – Tagebuch III – Vom Rio Dulce nach Belize
Seite 6 – Küstensegeln: Nur 16 Seemeilen liegen zwischen Guatemala und Belize…
29.01. – 02.02.2026
Am Donnerstag kommen Yvonne und Sascha am Rio Dulce an und wir haben zum ersten Mal in dieser Segelsaison Gäste an Bord.
Am Abend entführen wir sie gleich zu unserem Lieblingsmexikaner, genießen mexikanische Spezialitäten und englische Livemusik.
an Bord.
Am Freitag soll Nelson final den Motor wieder einbauen – mit der alten Zylinderkopfdichtung – die neue hat es nicht zu uns geschafft. Doch bis er endlich bei uns die Arbeit aufnimmt, ist es schon wieder zeitlich knapp und er verschiebt die Restarbeiten auf Samstag – unseren geplanten Abreisetag.
Wir ringen ihm einen frühen Arbeitsstart ab um acht Uhr soll er beginnen, nach guatemaltekischen Massstäben quasi mitten in der Nacht. Aber da wir losfahren wollen muss es jetzt werden.
Wir machen uns währenddessen Freitag auf für den letzten Einkauf: Obst, Gemüse, Fleisch und noch ein paar Getränke stehen auf dem Einkaufszettel. Dann gibt es noch einen Eisbecher und eine Abschiedspizza im Sundog.
Samstag tritt Nelson in aller Herrgottsfrühe seinen Dienst an. Dafür lauert schon das nächste Problem – die Ankerwinde klemmt. Also muss Bernd dort auch noch erst einmal Hand angelegen. Guatemala will uns irgendwie nicht loslassen.
Während die – hoffentlich – letzten Arbeiten am Boot laufen versammeln sich nach und nach immer mehr Werftarbeiter auf dem Steg. Alle warten auf unsere Abreise, denn unser Platz am Steg wird für das nächste Schiff gebraucht.
Endlich rattert die Ankerwinde wieder und der Motor verrichtet wieder seinen Dienst. Wir sind bereit zur Abreise.
Ein letztes Winken zum Abschied und dann heißt es endlich „Leinen los“ und wir verlassen die RAM – Marina – noch ein kurzer Tankstopp und dann startet – endlich – unsere Segelsaison. “ An keinem Ort waren wir bisher so lange“ stellt Bernd fest – mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt, nette Bekanntschaften gemacht – aber unsere Planung hat es zeitlich und arbeitstechnische massiv durcheinander gewirbelt. Und die Zeit, die uns jetzt für Belize bleibt ist drastisch verkürzt. C´est la vie.
Wir motoren bei sonnigem Wetter den Rio Dulce entlang. Die Amira – mit Renate und Peter hatten wir meinen letzten Geburtstag gemeinsam im Rio Dulce gefeiert – kommt uns entgegen und so kreuzen sich unsere Wege nochmal für einen kurzes Hallo und ein paar schnelle Worte. Vielleicht treffen wir uns nochmal wieder auf unserem Weg – wer weiss… In Livingston hat Agent Raoul bereits unser Ausklarieren vorbereitet. Daher sind wir hier zügig fertig mit dem behördlichen Procedere.
Auch Belize ist bereits über unsere Einreise informiert und erwartet uns zum Einklarieren – allerdings geht es dann doch nicht mehr am Samstagnachmittag – bis wir dort sind, ist die Immigration bereits geschlossen, aber wir können vor Punta Gorda ankern und am nächsten Morgen einklarieren.
Es ist schön, wieder unterwegs zu sein, aber es fühlt sich auch noch ein bisschen ungewohnt an. Ich stelle für mich fest – die Routine muss sich erst wieder einstellen.
Am Sonntag muss die ganze Crew bei der Immigration vorstellig werden. Wir sind die einzigen Einreisenden und so können alle Positionen ohne Wartezeiten absolviert werden. Dann heißt es noch: Belize Dollar am Automaten besorgen und schon geht es wieder zurück zum Schiff und wir starten zum nächsten Ankerstopp in Belize – Snake Island.
Da sich in Belize das zweitgrößte Barrier – Reef (nach Australien) befindet, sind wir schon ganz ungeduldig, was wir beim Schnorcheln alles zu sehen bekommen werden.
Bevor wir die Insel erreichen werden wir von einem Einheimischen – Lancha voller Touristen überholt. Der Guide zieht eine Anakonda aus dem Gebüsch – naja ein Anakondachen. „Ist ja hier Snake – Island“ erklärt er und jeder ist aufgefordert, sich die kleine Würgeschlange um den Hals legen zu lassen. Bernd kann dem nicht entkommen, aber Yvonne und ich nehmen doch lieber davon Abstand. Da schauen wir uns lieber die Unterwasserwelt an. Auf dem sandigen Boden sind das vor allem Weichkorallen. Ich sichte noch zwei riesige Stachelrochen, die dabei sind, sich im Sand einzugraben. Ich umschwimme sie lieber in einem Bogen, die Fische sind zwar nicht aggressiv aber mit ihrem Stachel möchte man keine Begegnung haben.
Nach der Schnorcheltour geht es weiter und wir ankern vor dem Monkey River. Für den nächsten Tag haben wir eine private geführte Bootstour hinein in den River gebucht um uns die belizische Tierwelt anzuschauen. Vor allem stehen Krokodile und Brüllaffen auf dem Wunschzettel. Und wir werden belohnt, Vögel, Krokodile, Wasserschildkröten und Iguanas kann Winsly mit seinem geübten Auge entdecken. Nur die Brüllaffen lassen auf sich warten. Doch der Ehrgeiz des Guide ist geweckt und er will die Tour nicht beenden, bevor wir Brüllaffen gesehen haben. So wird die Tour länger als gedacht und am Ende werden wir doch noch belohnt und können einige Affen bei ihrem Abendessen fotografieren.
Dafür ist es zum Weiterfahren mittlerweile sehr spät geworden – und wir planen nur noch einen kurzen Weg ein um in einer geschützten Bucht gut eine halbe Stunde entfernt zu ankern.
Ein einsamer Delfin umkreist unser Boot während wir uns für die Nacht einrichten.
Als absolutes Highligt in Belize ist neben den Maya – Ausgrabungsstätten die ATM (Actun Tunichil Muknal Cave) – Höhle aufgeführt und wir überlegen ob und wie wir diese besuchen wollen. Vom Meer ist sie rund zwei Autostunden entfernt. Um die Höhle zu erkunden ist eine mehrstündige Fuss-, Schwimm- und Klettertour erforderlich um die Hauptattraktion zu erreichen. Eine vorchristliche Maya – Zeremoniestätte mit Artefakten und Skeletten aus grauer Vorzeit. Dafür heißt es morgens um 6 Uhr in Belize – Stadt starten. Wir hadern mit der frühen Abfahrt und auch ein detaillierter Bericht den uns Renate von der Amira schickt über ihre ATM-Tour: Waten durch mehrere Flüsse, Schwimmen durch geflutete kühle Höhlen und Kriechen durch enge Felsspalten lassen uns schließlich davon Abstand nehmen.
Wir werden uns auf das Erkunden der Küste und des Riffs konzentrieren.
One Comment
Rebekka Graumann
Es ist toll, dass ihr endlich wieder on tour seid und wir wieder in den Genuss kommen, eure interessanten Reiseberichte über eure abenteuerlichen Erlebnisse zu lesen. Vielen Dank dafür. Weiterhin viel Spaß und gutes Gelingen bei allen euren Vorhaben währen eurer Welterkundung. Wir freuen uns bereits jetzt auf die Fortsetzung eurer Erzählungen 👍🥰🍀💚