Karibik – Tagebuch III – Von Deutschland zurück nach Guatemala
Seite 1 – Murphys Gesetz…
27.11. – 17.12.2025
Wir starten unseren Rückweg zu unserem Katamaran Joline und es geht über Madrid – Bogota nach Guatemala City. Diese Verbindung haben wir im Sommer auch genommen, aber dieses Mal ist kein längerer Zwischenstopp in Madrid geplant.
Der Start am Donnerstagmorgen beginnt schon hektisch – die Online – Autoabmeldung hat nicht geklappt und so muss Bernd am Tag unserer Abreise schon um 07.30 Uhr am Straßenverkehrsamt versuchen, die Sache noch vor Ort zu klären. Das Problem liegt an dem falschen Nummernschild, welches wir im Sommer bekommen haben – ein Buchstabendreher der jetzt zu Folgeproblemen führt und die Verwicklung ist gar nicht so einfach zu lösen. Das Strassenverkehrsamt muss da erst einmal einen Arbeitskreis bilden. So bleibt keine Zeit mehr für ein Frühstück und als Bernd endlich wieder im Haus ist müssen wir auch schon zügig los.
Wie immer ist am Ende für alle Vorbereitungen die Zeit knapp – Tochter Celine verspricht das in den nächsten Tagen nachzubessern…
Als Verpflegung packt die Tochter noch etwas vom Geburtstagskuchen ein und dann geht es ab zum Flughafen Düsseldorf.
Nach gut zwei Stunden Flug erreichen wir Madrid und stürzen uns in das Chaos um ein Taxi, die Schlange ist endlos und das Flughafenhotel, das wir uns ausgesucht haben immerhin 5 km entfernt. Ohne Taxi geht es da nicht. Bis wir endlich im Taxi sitzen und unser Hotel erreichen sind wir ziemlich geschafft und die Idee in die Innenstadt zu unserem Lieblingsrestaurant zu fahren wird schnell wieder verworfen. Wir schauen, was fussläufig erreichbar ist.
Am nächsten Tag sollte es eigentlich schon in der Frühe weitergehen, aber erst wurde unser Morgenflug auf Nachmittags verlegt, dann ist der Flug verspätet und dann sitzen wir noch über eine Stunde in der Maschine ohne das es los geht – ein technisches Update der Bordelektronik, wie wir am nächsten Tag aus den Nachrichten erfahren.
Da wir aber in Bogota sowieso einen Aufenthalt haben und trotz Verspätung den Anschlussflug pünktlich bekommen, ist das für uns nicht so tragisch.
In Bogota klappt alles problemlos, es ist sogar Zeit etwas zu essen. Nachts um 2:00 Uhr erreichen wir Guatemala – Stadt. Jetzt noch ein Uber ins Hotel und dann erst einmal ausschlafen.
Aber die innere Uhr macht uns einen Strich durch die Rechnung. 7 Stunden Zeitverschiebung ist bei unserem Körper noch nicht angekommen und so sind wir um 7 Uhr morgens Ortszeit bereits wach und gehen aus lauter Verzweiflung erst einmal zum Frühstück, was seinen Namen mehr als verdient. So früh ist ausser dem Personal noch keiner im Restaurant….
Zwei Tage haben wir Zeit uns zu akklimatisieren und dann starten wir unsere Shuttletour zu den Sehenswürdigkeiten des Landes quer durch Guatemala bis zum Rio Dulce, wo unser Katamaran Joline auf uns wartet.
Am 10.12. erreichen wir planmässig – voller neuer Eindrücke – den Rio Dulce und beziehen unser Zimmer in der Nanajuana Marina während unser Boot noch auf Land liegt.
Bernd checkt als erstes den Zustand des Bootes – es sieht auf den ersten Blick optisch ganz gut aus. Allerdings funktioniert die gesamt Bordelektronik nicht – alle Batterien sind leer. Es hat wohl im Juli einen Blitzeinschlag in das nebenstehende Gebäude gegeben und die Überspannung hat auch unser Boot in Mitleidenschaft gezogen. Da heisst es erst einmal die acht Lithiumbatterien ins Hotel schleppen und aufladen…
Gleich am nächsten Morgen beginnen die Arbeiten. Es sind nun 7 Tage Zeit alle Arbeiten, die an Land absolviert werden müssen – insbesondere der Unterboden – fertig zu bekommen. Rigoberto tritt an um Joline zu reinigen und zu polieren. Im Mai hatte er bei uns schon ein paar Tage gearbeitet und den Chrom geputzt. Beim Schneider hatten wir neue Polster bestellt und der Schneider kommt vorbei für die letzten Anpassungsarbeiten, ausserdem muss der Lazybag repariert werden. Eine neue Ankerkette wurde bereits von Deutschland aus bestellt und ist auch in der Marina angeliefert worden. Jetzt muss die alte Ankerkette aus dem Ankerkasten und die neue 100m lange Ankerkette an ihren Platz.
Bei der näheren Inspektion des Schiffes finden sich weitere Baustellen. Die hohe Luftfeuchtigkeit hier in Guatemala ist in alle Aussenräume gedrungen und hat Motoren und Segel mit Grünspan überzogen… noch mehr Reinigungsarbeiten.
So vergehen die nächsten Tage mit Essen und Arbeiten. Das Wetter ist bescheiden schön, obwohl die Regenzeit eigentlich vorbei ist, regnet es fast täglich eine Zeit lang. Und wenn es hier regnet – dann aber richtig…
Da der Rio Dulce ein klassischer Treffpunkt für Langfahrtensegler ist, da sie hier ihr Boot gut und günstig über die Hurrikansaison parken können oder für Arbeiten am Boot auf Land legen – gibt es eine grosse Seglercommunity.
Segler, vor allem aus den USA und von der Ostküste Canadas finden sich hier ein und verbringen – oft Monate – vor Ort. So findet man schnell Kontakt und kommt mit vielen Seglern ins Gespräch. Englisch ist hier in aller Munde. Ich komme mit Arzum vom deutschen Boot Dilli Dalli ins Gespräch, sie sind schon mehrere Jahre in der Region unterwegs und grosse Kubafans. Sie können uns ausführliche Tipps über die noch recht undokummentierte Südküste Kubas geben. Wir verabreden ein Date für die Woche vor Weihnachten.
Am Samstag baut der örtliche Yachtbrooker einen Cocktailstand in der Ram – Marina auf und so trifft sich die Community zu kostenlosen Cocktails. Wir lernen Patricia und Toni kennen von dem Kat Twende. Patricia ist aus Missisippi, Toni aus Südafrika. Da Patricia ein Jahr in Hannover studiert hat, spricht sie sehr gut Deutsch und so gibt es mal zwischendurch heimatliche Klänge.
Sie laden uns spontan zum Essen auf ihr Boot ein und so kommen wir unverhofft in den Genuss von Patricias hervorragenden Kochkünsten.
Am Mittwoch gibt es dann im Dreamcatcher ein Weihnachtsessen … Für Frauen die Segeln… mit dem Lancha – so nenne die Einheimischen hier ihre einfachen Motorboote – werden Patricia und ich in der Ram – Marina abgeholt – Maria aus Argentinien ist auch mit dabei… sie spricht ebenfalls ganz gut Deutsch, da sie ein halbes Jahr bei Bayer in Leverkusen gearbeitet hat – ein Austauschprogramm. Soviel Deutsch habe ich unterwegs schon lange nicht mehr gehört…. Die Lokation liegt am Wasser, mitten im Dschungel und ich höre zum ersten Mal die hier ansässigen Brüllaffen krakelen. Die Frauen kommen aus aller Welt und so ist die gemeinsame Sprache Englisch. Einige sind schon viele Jahre hier vor Ort, einige wollen weiter, wieder andere machen nur eine kleine Segelrunde und kommen dann wieder zurück…
Mit der Arbeit an Joline geht es nur schleppend voran, neue Probleme tuen sich auf… Starlink ist defekt. Der Anbieter sieht das aber ganz unproblematisch – wir bekommen einfach kostenlos eine neue Antenne zugesandt…
Am Montag steht fest, wir können den Sliptermin am Donnerstag nicht halten – bis dahin sind die Arbeiten auf keinen Fall abgeschlossen… wir verschieben auf den 22.12.2025, dann sind wir vor Weihnachten noch im Wasser….
Aber nachdem der Boden abgestrahlt und die Elektronik hoch gefahren ist, steht fest, am Rumpf ist mehr Arbeit als erwartet und das Antifowling soll auch noch erneuert werden. Der Kartenplotter, der Autopilot und die Windfahne haben ebenfalls das Zeitliche gesegnet – aber ohne können wir nicht segeln. Da muss erst einmal neues Equipement beschafft werden…
4 Comments
Peter von der Pia
Hallo ihr 2. wir sind ab dem 9.1. in Nanajuana. Vielleicht sehen wir uns noch. Bis dahin guten Rutsch ins 2026. die y y PIA nisten.
Petra Guertler
Hallo Peter – wie es aussieht, werden wir wohl noch vor Ort sein – dann können wir uns auf ein Wiedersehen freuen…Euch auch einen guten Rutsch ins Neue Jahr mit der Familie noch in Deutschland. CU
Patricia Lee
Thank you for inviting me!
Petra Guertler
You are welcome!