Erfahrungsbericht – Unterwegs im Segelrevier der San Blas Inseln – Guna Yala
29.04. – 09.05.2026
Die San Blas Islands vor der Karibikküste von Panama gehören zu den ursprünglichsten Reisezielen Mittelamerikas und wirken fast wie aus einer anderen Zeit.
Die heutige autonome Region heißt offiziell Guna Yala.
Der Name wurde 2010 von „Kuna Yala“ in „Guna Yala“ geändert, weil die indigene Bevölkerung ihre Eigenbezeichnung „Guna“ bevorzugt. „Yala“ bedeutet ungefähr „Land“ oder „Gebirge“, also: „Land der Guna“.
Vorher hieß die Region jahrzehntelang „San Blas“, ein kolonialspanischer Name, der heute offiziell kaum noch verwendet wird, aber im Tourismus weiterhin sehr verbreitet ist.
Es ist ein uraltes Symbol der Guna und steht traditionell für:
die vier Himmelsrichtungen,
den Kreislauf des Lebens,
die Schöpfung,
oder den Oktopus, der laut Mythologie die Welt erschaffen habe.
Nach dem Aufstand erhielten die Guna weitgehende Autonomierechte. Daraus entwickelte sich später das heutige autonome Gebiet Guna Yala — eines der bekanntesten indigigen Selbstverwaltungsgebiete Amerikas.
Bewohnt und verwaltet wird die Region vom indigenen Volk der Guna, die in ihrem autonomen Gebiet Guna Yala bis heute ihre Traditionen bewahren. Besucher erhalten so nicht nur Zugang zu einer außergewöhnlichen Inselwelt, sondern auch Einblicke in eine eigenständige Kultur. Typisch sind etwa die farbenfrohen Molas, kunstvoll gefertigte Textilien, die ein wichtiger Bestandteil ihrer Identität sind.
Verkauf anbieten. Kosten zwischen 20 bis 50 USD. Traditionell sind die Molas Bestandteil der
Kleidung der Frauen.
Waren an.
San Blas ist damit kein klassisches Urlaubsziel, sondern vielmehr ein Ort, an dem man lernt, wie wenig es braucht, um sich vollkommen zu fühlen – ein selten gewordenes Erlebnis in einer zunehmend durchorganisierten Reisewelt.
Die Natur rund um San Blas ist beeindruckend: kristallklares Wasser, lebendige Korallenriffe und eine Vielzahl tropischer Fische machen die Inseln zu einem idealen Ort zum Schnorcheln und Entspannen. Viele der Inseln sind so klein, dass man sie in wenigen Minuten umrunden kann.
Die Region ist jedoch verletzlich durch den Klimawandel, denn viele Inseln liegen nur knapp über dem Meeresspiegel und sind bereits heute vom steigenden Wasserstand bedroht.
Die San Blas Islands sind nur sehr dünn besiedelt. Insgesamt leben in der Region Guna Yala etwa 30.000 bis 40.000 Menschen, fast ausschließlich Angehörige des indigenen Volkes der Guna. Die Bevölkerung verteilt sich jedoch nicht gleichmäßig auf die über 365 Inseln – tatsächlich sind nur rund 40–50 Inseln dauerhaft bewohnt. Viele Menschen leben zudem auf dem Festland im schmalen Küstenstreifen der zum Gebiet der Guna Yala gehört.
Traum-Ankerplätze & Inselgruppen
Besuchte Gebiete:
- Cayos Holandeses – vermutlich die spektakulärsten Ankerplätze der Region. Türkisfarbenes Wasser, gute Riffe zum Schnorcheln, perfekte Postkartenkulisse.
- Cayos Limones – beliebt bei Seglern wegen ruhiger Lagunen und einfacher Navigation.
- Chichime / Chichimé – klassische kleine Palmeninseln mit Sandbänken und sehr klarem Wasser.
- Isla Perro (Dog Island) – bekannt für das versunkene Schiffswrack direkt vor der Insel, ideal zum Schnorcheln.
- Coco Bandero Cays – abgelegenere, sehr idyllische Ankerplätze mit wenig Betrieb.
In den zehn Tagen konnten wir natürlich nur einen kleinen Teil der vielen Inseln besuchen, doch einen interessanten Einblick in das Leben auf und unter dem Wasser von Guna Yala erhalten.
Um das Gebiet der Guna Yala zu besegeln benötigt man ein Cruising Permit von Panama – ausgestellt für ein Jahr zum Preis von 180,- USD zahlbar bei der Einklarierung. Die Guna erheben nochmals eigene Gebühren von 50,- USD pro Boot plus 20,- USD pro Person. Gültig für jeweils einen Monat – diese Gebühr wird von Vertretern der Gunaverwaltung direkt am Boot kassiert.