
Reisetagebuch Herbst 2026 – Eingewöhnung auf AIDAsol
Seite 2 – 19.10. – 20.10.2026
Während die AIDAsol über die Elbe auf die Nordsee hinausschippert und dann Kurs nimmt auf den Ärmelkanal verbringen wir unsere erste Nacht in unserer Kabine. 1061 Seemeilen (1965 km) trennen uns von unserem ersten Landgang in A Coruna in Spanien.
Vor dem Schlafengehen haben wir noch den Veranstaltungsplan für den ersten Tag an unserer Kabinentür vorgefunden und Pläne gemacht für unseren ersten Tag an Bord.
Zuerst aber heißt es erstmal – Orientierung auf dem großen Schiff… Wo liegen die Restaurants? Wo die Bars mit den verschiedenen Veranstaltungen? Wo liegen die Aufzüge? Wie kommt man am besten von A nach B? Schnell stellen wir fest, unsere Kabine liegt ganz hinten im Boot – das heißt kurze Wege in die Restaurants, die auch alle im hinteren Schiff liegen und lange Wege zu den Bars und Veranstaltungsbereichen, die im Vorderschiff liegen. Laufen werden wir in nächster Zeit also reichlich.

Unser erster Weg führt uns ins Marktrestaurant für ein erstes Frühstück. Die Auswahl ist riesig und wir sind fest entschlossen nicht über die Stränge zu schlagen.
Frisch gestärkt machen wir uns auf das Schiff zu erkunden, wir besuchen den Sportbereich und nehmen uns vor, ab dem nächsten Tag konsequent etwas für unsere Fitness zu machen…
Zum Glück ist ein Lektor an Bord so dass es wieder viele Vorträge mit Hintergrundinformationen zu unserer Reise geben wird. Heiko Schliek wird uns auf unserem Teilabschnitt der Weltreise bis Chile begleiten und uns Einblicke geben über Land und Leute. Der erste Vortag startet gleich am Vormittag und wir bekommen Informationen zu A Coruna unserem ersten Stopp in Nordspanien sowie Infos zur Biskaya, der Atlantikabschnitt von der Bretagne in Frankreich nach Galizien in Spanien der noch vor uns liegt.

Die Biskaya ist für ihre teils raue See bekannt. Vor allem im Herbst und Winter können kräftige Winde, hohe Wellen und starke Tiefdruckgebiete die Schifffahrt erschweren. Der Meeresboden fällt stellenweise steil ab, und bei bestimmten Wetterlagen kann sich eine ausgeprägte Dünung aufbauen.
Eigentlich fährt man als Segler im Oktober nicht mehr über die Biskaya, für die AIDAsol gelten da sicher noch andere Massstäbe und wir können auch potentiell Glück haben, denn die Wetterprognosen, die Bernd auf seinem PredictWind aufruft sagen eine ruhige See voraus. Die Aida wird sich zwei Tage in der Biskaya aufhalten. Aber erst einmal fahren wir an den Niederlanden vorbei und durch den Ärmelkanal.
Am Nachmittag schwingen wir das Tanzbein – Tanzlehrer Lukas unterrichtet die ersten Schritte für Discofox und Line Dance. Die Kurse sind rappelvoll und Line Dance ganz schön anspruchsvoll wie wir feststellen müssen. So steht mehr Spaß als Koordination im Vordergrund – wir hoffen dass es noch besser wird.

Am späten Nachmittag wartet schon die erste Herausforderung – es gibt plötzlich auf den Handys zwei Uhrzeiten mit einer Stunde Differenz… wir passieren England und die haben keine Sommerzeit – die Handys stellen sich also automatisch um – doch die Bordzeit wird vom Kaptän bestimmt und der hat noch keine Zeitumstellung eingeläutet. So kommt der ein oder andere zu den Terminen zu früh. Der Headtrick: Die Handyzeit auf manuelle Einstellung umstellen.
Am Abend gibt es dann die erste Show im Theatrium – die Gäste sitzen auf drei Ebenen von Deck 9 bis Deck 11 und lernen die Entertainement – Stammcrew kennen, bestehend aus vier SängerInnen, sechs TänzerInnen und drei AkrobatInnen. Alle stellen sich mit einem Solo und einem Informationsfilm über ihren Background vor – die Künstler kommen aus den USA, Brasilien, der Ukraine und Grossbritanien und sind echte Könner in ihrem Fach – das verspricht auch weiterhin gute Unterhaltung.

Nach einer ruhigen Nacht machen wir uns tatsächlich am nächsten Morgen um 8 Uhr auf zum Pilates mit Virginia Winsemann – eine Koryphäe auf diesem Gebiet. Da noch nicht alle die Zeit Differenz erkannt haben ist es ein ziemliches Wuling als nach und nach die Gäste eintrudeln und zu spät sind statt wie gedacht zu früh… Wir schlagen uns wacker durch eine Stunde Mobility & Pilates und hoffen, am nächsten Tag keinen Muskelkater zu haben.
Am Nachmittag startet mein Malworkshop – unter Anleitung der Künstlerin Dorina Klawitter malen wir das Bild: Fische – La Familia. Es wird freihändig gemalt – Schritt für Schritt mit Acrylfarben und Olivenöl. Ich hatte ja mal eine Phase wo ich sehr intensiv mit Acrylfarben gemalt und mehrere Kurse und Sommerakademien besucht habe – aber das ist schon lange her – über 15 Jahre nachdem ich nachgerechnet habe…doch es macht mir wieder viel Spaß und das Ergebnis ist auch ganz ordentlich… der Hai hätte etwas größer sein können, aber sei es drum. Ich melde mich gleich für einen weiteren Malworkshop an.

Am Abend gibt es den ersten Gastkünstler – Megy B. Wir sind hin- und hergerissen, ob wir diese Show besuchen sollen da Travestie nicht so unser Ding ist. Am Ende entscheiden wir uns doch für den Showabend und sind froh darüber, denn was Megy B. in gelber bodenlanger Abendgarderobe zu bieten hat ist wirklich unterhaltsam und reisst das Publikum mit bis zur Zugabe.
MEGY B. ist die schillernde Bühnenfigur des deutschen Entertainers, Schauspielers, Moderators und Magiers Marc Rudolf. Er stammt aus München und verbindet Travestie mit Comedy, Gesang und Zauberei. Seine Kunstfigur entwickelte er für die Bühne.
Als er sich am Ende der Show von seiner Bühnenfigur in Marc Rudolf verwandelt und Glamour und Make up ablegt gibt es für ihn standing ovations.
Das Meer hat sich währenddessen doch noch in eine rauere See verwandelt und die Wellen stehen mittlerweile sechs Meter hoch – da kommt auch die AIDA ins Schwanken. Als echte Seebären stecken wir das aber locker weg und schlafen trotzdem tief und fest.

