Tagebuch ARC 2023

ARC 2023 Tagebuch – Tag 4

09.11.2023

Da kommt was auf uns zu…

Heute beginnen die Seminare und wir sind gleich für zwei hintereinander angemeldet. Um 11 Uhr beginnt das erste Seminar: Proviantierung. Eigentlich haben wir ja schon einiges an Erfahrung in dieser Kategorie gesammelt, wir haben schon einige Überfahrten mit größeren Crews gemacht. Aber diesmal müssen wir – wie meine Oma sagen würde: “ Sieben Leute am Kacken halten und das für rund 4 Wochen ohne Shoppingmöglichkeit“. Das ist ja mal eine ganz neu dimensionierte Herausforderung.

Sicher ist sicher haben wir uns gedacht – mal ein paar Tipps vom Profi können da ja vielleicht nicht schaden.

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Eine Stunde erhalten wir Infos und Ratschläge und es bleibt die Ernüchterung zurück, dass die Nahrungsbeschaffung und Proviantierung ein Kraftakt wird – wie der Profi uns mitgeteilt hat – in vier Aufzügen.

  1. Haltbare Lebensmittel 2. Getränke 3. Fleisch und Kühlschrankware 4. Frischware: Obst und Gemüse.

Ich denke, wir bilden da erst einmal einen Arbeitskreis…

Im Anschluss daran gibt es das Seminar: Double-Handed-Sailing – wie segelt man zu zweit und hat sich weiterhin noch lieb…

Leider wird das Seminar erst einmal sehr technisch – welche Segelausstattung ist an Bord – für uns nicht so spannend, wir sind optimal ausgerüstet für Segeln mit maximaler technischer Unterstützung.

Danach gibt es ein paar Tipps für das freudliche Zusammenleben – naja, eigentlich alles, was man zu Hause auch praktizieren kann: Gemeinsam verbrachte Zeit, Kommunikation und freundlicher Umgangston in Zimmerlautstärke… Zimmerlautstärke ist auf dem Boot manchmal nicht so einfach, wenn einer im Vorderschiff unterwegs ist und man gegen den Wind zum Steuerstand rufen muss… es wird ein Walki-Taki empfohlen und abgestimmte Handzeichen…. über Handzeichen kann man ja reden, aber ein Walki-Taki für über 550,-€….dann vielleicht doch mal wohldosiert Anschreien… man muss Prioritäten setzen…

Zum anschließenden Lunch finden sich dann neben dem Moderatorenpärchen nur 4 weiter Paare ein – uns eingeschlossen. Vielleicht haben die anderen keinen Hunger, oder wollen sich nicht outen – es wird aber eine informative Runde, die Österreicher neben uns haben den Atlantik bereits mehrfach überquerrt, der Skipper schon 9x und so wird es ein reger Informationsaustausch.

Zurück zum Boot treffen wir auf die Crew von der neu angekommenen Monohull aus Dänemark. Wir werden gleich zum Gespräch geladen, aber bevor wir uns festquatschen können kommt schon Wilhelm an Bord für den letzten Sicherheitscheck.

Wir führen ihm unsere komplette Sicherheitsausrüstung vor – teuer eingekauft in der Hoffnung sie irgendwann ungenutzt wegwerfen zu können… und bekommen das okay – alle Sicherheitsstandards erfüllt, bis hin zu zwei Taschenlampen. „Das ist nicht zu unterschätzen“, unterrichtet uns Sicherheitsbeauftragter Wilhelm – am Äquator sind die Nächte lang – nämlich 12 Stunden ohne Dämmerung: hopp – dunkel. Wohl dem der da genug Licht hat…

Kolumbus wir kommen und bringen Licht in deine Neue Welt…

Besonders stolz sind wir auf unsere Rettungsboje – gebastelt aus einem Angelstock, des von uns aus dem Meer gefischten Styrophor und einem halben 5-Liter- Wasserkanister als Treibanker. Alles besprüht mit oranger Farbe. Fertig Kaufen kann ja jeder…

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Die Rigger kommen wieder an Bord, aber es geht nicht so richtig voran – „Morgen werden wir fertig“ versprechen sie. Das erscheint uns ein ambitioniertes Ziel, aber wir lassen uns gerne positiv überraschen.

Dafür haben wir endlich einen Platz für unser neues Starlink gefunden und Bernd hat es direkt montiert. Auf dem Vorderdeck wurde er immer wieder mal vom Segel abgedeckt und hat dann seine Verbindung zu seinem Sateliten verloren… oder einfach ausgedrückt: Internet weg…geht ja gar nicht… Jetzt also: Allzeit freie Sicht für Starlink… the sky is yours…

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Am Abend steht wieder Sundowner auf dem Programm. Eigentlich sind wir vom Tag geschafft, aber ganz ohne geht auch nicht meint Bernd. „Wir können ja ein bisschen später hingehen.“ Also versuchen wir ein bisschen Zeit zu verbummeln und erreichen um 18:31 Uhr am Nautic -Club… mal wieder als einer der Ersten…

Und diese Verzögerung ist uns auch nur gelungen, weil uns auf dem Weg ein junges, na ja, eher ein blutjunges Pärchen aufgehalten hat, die noch eine Mitsegelgelegenheit über den Atlantik suchen – wir sagen unser Sprüchlein auf: dass wir voll sind und geben ein paar Tipps, wo sie nachfragen könnten und weisen vorsichtig darauf hin, dass sie nicht die einzigen auf der Suche sind… vielleicht mal nach neuen Zielen Ausschau halten…

Eine Dame von der ARC, die nach Beschäftigung sucht, bietet uns im Nautic Club direkt an, ein Foto vor der ARC-Wand von uns zu machen. Warum nicht, der erste Versuch sieht ganz nett aus – hat aber keine Füße… also ein zweites Fotoshooting.

Nach und nach füllt sich der Club, Bernd wundert sich, dass es bei 1000 erwarteten Gästen nicht voller ist. Das liegt wohl daran, dass zwar der überwiegende Teil der Boote bereits vor Ort ist, aber ein Großteil der Crews erst ab dem Wochenende anfängt einzutrudeln.

Zu vorgerückter Stunde findet sich noch ein Neuseeländer aus Schweden oder ein schwedischer Neuseeländer.. an unserem Stehtisch ein – schon gut auf Sundowner – klagt uns, dass er eigentlich eine Crew ist, aber sein Boot verloren hat…, da er seinen Kummer bereits im Sangria ertränkt hat, nimmt er es überwiegend gelassen…

Morgen Abend gibt es dann nicht nur einen Sundowner, sondern Welcome Drinks mit Häppchen…Tapas nennt man das hier…

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