Karibiktagebuch II 23
Tagebuch Karibik Band II

Karibik – Tagebuch – Band II – Nr. 23

13.03. – 16.03.2025

Begegnungen mit Krokodilen, Portugiesischen Galeeren und Seekühen…

Als erste Etappe motoren wir erst einmal bei Flaute eine kurze Strecke bis Adams Key, dort verbringen wir eine Nacht vor Anker und dann am nächsten Tag geht es weiter bis Key Largo. Um in die Bucht von Key Largo zu kommen, müssen wir erst einmal ein ganzes Stück durch Kanäle in den Mangroven. Der Key Largo Channel ist stellenweise sehr schmal und vor allem sehr flach. Es reicht bei Ebbe kaum für unsere 1,3m Tiefgang. Also sprechen sich die Boote per Funk ab. Mittels Securite Meldung und unter Nennung des Marker an dem man sich befindet sowie der Fahrtrichtung Inbound oder Outbound.

Durch die Mangroven zum Key Largo
Karibik - Tagebuch - Band II - Nr. 23 7

Das Wasser ist hier so flach und die Fahrrinne so schmal, dass wir sehr genau navigieren müssen um durchzukommen. Einmal setzen wir auf – kommen aber gleich wieder frei.

Florian im Ausguck 1
Florian macht den Ausguck – in der engen Fahrrinne muss sehr genau manövriert werden um sich nicht festzufahren… Die Tiefen in der Fahrtrinne ändern sich ständig durch wandernden Sand – so ist es oft notwendig sich auf das Auge zu verlassen und die Seekarte als grobe Empfehlung zu sehen.

Da Key Largo ein Naturschutzgebiet ist, müssen wir an einer Mooring fest machen. Zum Abend bekommen wir direkt Besuch – zwei kapitale Krokodile tauchen neben unserem Boot auf.

„Das sind Tom und Jerry,“ informiert uns am nächsten Tag der Ranger bei der Anmeldung – „die tun nichts… ihr habt Glück, dass ihr sie überhaupt zu Gesicht bekommen habt, eigentlich sind sie sehr scheu…“ Na,dann… “ Es gibt nur noch 2000 Krokodile in Florida.“ Drei davon haben wir jetzt schon kennen gelernt…

Wir besuchen das Visitorcenter mit seinen Aquarien und laufen einen Waldlehrpfad. Der Versuch im Ort an Land zu gehen scheitert – hier ist alles in Privathand – Villen auf Wassergrundstück mit eigenem Schiffsparkplatz – wohl Zweitwohnsitze für wohlhabende Bewohner aus Miami.

in den Kanaelen Key Largo
In Key Largo scheinen alle Grundstücke in Privathand zu sein.

Langsam frischt der Wind auf und so können wir am nächsten Tag Segel setzen zum Tavernier Key. Wir treffen auf Kitesurfer und eine lange Sandbank im Meer gesäumt von Mangroven. Bernd, Gordon und Susi erobern die Sandbank und wir nehmen ein Bad im glasklaren Wasser. Zu sehen gibt es leider nichts, obwohl ich mit der Schwimmmaske ausrücke kann ich nur ein paar Wasserpflanzen beobachten.

Auf der Sandbank Tavernier
Bernd und Gordon auf der Sandbank – Key Tavernier

Für Gordon und Susi geht die Reise langsam dem Ende entgegen. Sonntag brechen wir auf zur letzten gemeinsamen Etappe. Rund 30 Seemeilen bis zur Insel Marathon. Dort wollen die beiden am Dienstag den Bus zurück nehmen nach Miami. Der Wind ist mittlerweile auf über 30 Knoten aufgefrischt und so wird es recht schaukelig. Dafür können wir Segel setzen und kommen zügig voran.

Das Wasser gibt sich in freundlichem hellgrün – immer wieder ziehen Portugiesische Galeeren an uns vorbei – diese Quallen – eigentlich sind es Polypenkolonien – haben bis zu 50 Meter lange Tentakeln die äußerst giftig sind. Im Englischen werden sie auch Bluebottles genannt und so sehen sie auch aus, als hätte jemand eine dunkelblaue schimmernde Flasche ins Wasser geworfen – wie Flaschenpost, die an einem vorbei zieht. Die Bezeichnung Man-o-War ist wohl zutreffender angesichts der hohen Giftigkeit der Tiere. Wir haben sowohl in Florida als auch in den Bahamas schon etliche Buchten mit gleichlautendem Namen gefunden.

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Immer wieder treiben Portugiesische Galeeren an unserem Boot vorbei. Sehen eigentlich ganz schön aus… die Bluebottles im türkisfarbenen Meer…

In Marathon angekommen müssen wir wieder einen schmalen Kanal durchfahren um in die Bucht zu kommen. Abermals ist die Einfahrt sehr flach und wir müssen erst einmal eine Stelle finden, wo wir mit unseren 1.3m Tiefgang drüber kommen. Im zweiten Versuch gelingt es jedoch.

Als wir die Bucht erreichen liegt diese schon ziemlich voll mit Booten – die angefragten Bojen sind alle belegt. Es ist jedoch nicht nur voller Boote sondern es ist an vielen Stellen auch ziemlich flach – auch zu flach für unseren Katamaran. Nach einigem Navigieren finden wir ein Plätzchen am äußeren Rand des Ankerfeldes.

Wir befinden uns hier in einem Gebiet mit Seekühen – und tatsächlich machen wir ein paar Meter vor unserem Boot zwei Seekuhrüssel aus. Gordon und ich springen ins Dinghy und versuchen ihnen näher zu kommen. Zwar tauchen sie immer wieder mal auf sind aber im trüben Wasser schwer auszumachen und am Dinghy besuchen sie uns nicht.

Aber als wir zum Kat zurückrudern kommen sie offensichtlich doch hinter uns her und wir merken wie sie unter unserem Dinghyboden durchschwimmen…

Morgen wollen wir dann die Insel Marathon erkunden und dem Turtle Hospital einen Besuch abstatten…

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