Karibiktagebuch III 27 auf dem Trockenen
Tagebuch Karibik III,  Panama

Karibik – Tagebuch III – Auf dem Trockenen

Seite 28 – Nach der Segelsaison ist vor der Segelsaison…

15.05. – 22.05.2026

„Joline“ steht nun auf dem Land und für uns beginnen die Vorbereitungen für das Verlassen des Bootes für die nächsten Monate und die Vorbereitungen für die nächste Segelsaison, die uns in den Pazifik führt.

Bevor wir uns aufmachen den Pazifik zu durchqueren und über die Südsee bis nach Neuseeland zu segeln möchten wir das Boot fit machen für die lange – rund 7000 Seemeilen dauernde nächste Seereise. Die Shelter Bay Marina in Panama ist dafür ein guter Ausgangspunkt – zumindest steht sie in diesem Ruf. Wir haben eine Woche Zeit hier vor Ort, bevor wir unseren Flug nach Quito antreten für unsere anschließende Überlandtour.

Kaum haben die Marinaarbeiter „Joline“ an Land abgestellt und aufgebockt machen wir uns daher gleich an die Arbeit. Bernd nimmt zuerst einmal Kontakt auf um die notwendigen Handwerker zu aktivieren: ein Edelstahlschweißer, ein Rigger, ein Maschinist. Das klappt erstaunlich gut und schnell und schon nach wenigen Minuten haben wir die ersten Fachleute an Bord, die die anstehenden Arbeiten begutachten und Kostenvoranschläge schicken. Geld ausgeben scheint hier einfach.

Blick aus dem Fenster
Neuer Blick von der Achterterrasse… aber nicht für lange…

Bis kurz vor drei Uhr läuft alles wie am Schnürrchen, dann teilt uns ein Handwerker mit, das es für weitere Arbeiten zu spät ist – unser Boot steht in der Security – Zone und die wird um 15 Uhr verriegelt und abgeschlossen… Derart alamiert versucht Bernd im Office einen Schlüssel für uns zu bekommen – dort teilt man uns mit, dass wir auf unserem Standort nicht übernachten dürfen und zum Umsetzen des Bootes ist es jetzt zu spät… Er bietet uns zum Ausweg eine Kammer im Bürogebäude an für die Übernachtung. Wir sind nicht bereit uns in ein Kabuff abschieben zu lassen, zumal wir überall angegeben haben, dass wir auf dem Boot übernachten werden. Der Manager telefoniert aufgeregt und versucht uns dazu zu Bewegen für eine Nacht in die Kammer zu ziehen. Da lassen wir uns lieber im Sicherheitsbereich einschließen. Der Manager arrangiert sich mit unserer Entschlossenheit und wir dürfen bleiben mit dem Hinweis, dass „Joline“ morgen als erstes umgesetzt wird… so sei es…

Auf dem Trockenen
Der Katamaran ist auch auf dem Land bewohnbar…

Den nächsten Morgen nutzen wir erst einmal für die große Wäsche, wir sortieren alle Bestände – suchen raus, was wir für unsere Reise mitnehmen, was wir endgültig aussortieren und bringen eine ganze Fuhre in die Marinawäscherei. Hier geht es megafix – die amerikanischen Maschinen laufen nur 30 Minuten… und vor dem Mittagessen haben wir schon alle Wäsche gewaschen, getrocknet und gefaltet wieder an Bord.

Bevor wir noch losziehen können ist schon das Räumkommando am Boot um uns umzusetzen – das scheint ihnen sehr wichtig zu sein. So liegen wir nach dem Frühstück in der Marina nicht mehr hinter dem Zaun sondern jetzt davor… die Aussicht war vorher besser – aber dafür ist der Weg zum Pool und zum Toilettenhäuschen jetzt näher…

Boot wird umgesetzt
Joline muss nochmal den Platz wechseln…. ist ja easy….

Das Leben an Bord auf dem Land hat so seine Nachteile – zum einen können die Toiletten nicht genutzt werden – das ist manchmal ganz schön lästig – zum anderen ist das Klima an Land deutlich wärmer als auf dem Wasser, es fehlt die frische Brise und die Rumpfkühlung durch das Meer. Ausserdem haben es die Mücken leichter zum Boot zu kommen.

So schwitzen wir also unserem Segelsaisonende entgegen. Wirklich angenehm ist es nur im Marina Pool. Dieser ist nicht nur bei den Marina Gästen sehr beliebt sondern auch bei der Vogelwelt. Während man im Wasser planscht kommt die heimische Vogelwelt zu Besuch um sich am Süßwasser zu laben. Besonders interessant sind die Schwalben, sie gleiten wie kleine Wasserflugzeuge über die Wasseroberfläche und nehmen im Flug einen Schnabel voll Wasser auf.

Schwalbe im Anflug
Die Schwalben laben sich im Pool.

Bis wir nach Panama – Stadt aufbrechen liegen noch ein paar Tage Arbeit vor uns. Luken müssen neu abgedichtet werden und das Boot muss für unsere lange Abwesenheit fertig gemacht werden. Wie immer wird es am Ende ziemlich knapp und wir machen die letzten Handgriffe noch kurz bevor wir das Boot verlassen – hoffentlich haben wir an alles gedacht…

Bernd hat sich mit einer Gruppe Sandflöhen angelegt und ist total verstochen, sieht aus wie nach einer Windpockenattacke.

Zwischen all der Arbeit feiere ich noch meinen 64. Geburtstag und wir lernen Jan und Natascha von der SY Auryn kennen, die auch seid zwei Jahren unterwegs sind und jetzt hier in der Shelter Bay Marina ein paar Tage Station machen. Wie das immer so ist – sie kommen aus Wuppertal…

Jan und Natascha
Ein letztes gemeinsames Mittagessen in Panama – City mit Natascha und Jan von der Auryn.

Mit ihnen verbringen wir zwei unterhaltsame Abende und fahren dann gemeinsam mit dem Bus nach Panama – City. Bei einem original panamanesischen Essen in einem ehemaligen Bankgebäude in der schönen Altstadt verbringen wir noch einen chilligen Nachmittag – dann trennen sich unsere Wege – wir fahren zu unserem Hotel am Flughafen – von dort geht es am nächsten Tag für uns weiter mit unserer Landreise – wir werden noch Quito – Galapagos und Kolumbien bereisen, bevor es endgültig zurück nach Deutschland geht für eine Segel – Sommerpause.

Hier endet somit mein Karibik – Tagebuch III.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert