AIDA 5 Afrika
AIDAsol,  Tagebuch AIDAsol

Reisetagebuch Herbst 2026 – AIDAsol – Auf dem Weg nach Afrika

Seite 5 – 25.10. – 26.10.2026

Als wir die Augen aufschlagen sind wir bereits auf dem Weg zu unserem nächsten – und einzigen Ziel in Afrika – die vorgelagerte Inselgruppe der Kapverden. Zwei Tage werden wir unterwegs sein. Seit den Kanaren wird das Wetter zunehmend wärmer und so kann das Frühstück unter freiem Himmel mit Blick auf das – scheinbar – endlose Meer stattfinden.

Langsam stellt sich Routine für das Leben an Bord ein. Morgens um 8:00 Uhr starten wir diesmal wieder mit Pilates – dafür muss der Wecker gestellt werden, da wir in unserer Innenkabine nicht von der aufgehenden Sonne geweckt werden. Mittlerweile haben wir schon zwei Stunden Differenz zur Deutschlandzeit – einige Gäste fühlen sich davon aus dem Rhytmus gebracht, wir spüren davon jedoch nichts, ausser dass wir daran denken müssen unsere Handyzeit anzupassen, damit wir unsere Termine – just in time – wahrnehmen können.

Unsere Innenkabine
Innenkabine 7474 – 13,5 qm stehen uns zur Verfügung inkl. Nasszelle.

An den Essenstischen berichten immer wieder Mitreisende über ihre Tricks und Kniffe wie sie ihr umfangreiches Gepäck für die lange Reise in der Kabine untergebracht haben – ettliche sind mit riesigen Kofferbergen angereist – na ja die meisten immerhin für rund 4 Monate. Die Meerblick- und Balkonkabinen sind auch etwas größer und bringen es auf 14 – 23 qm. Die Balkonkabinen sind rund doppelt so teuer wie die Innenkabinen. Darüber hinaus gibt es 23 Suiten an Bord verschiedener Kategorien – hier beginnt der Reisepreis für diese Weltreise im sechsstelligen Bereich…

Da wir mit leichtem Gepäck reisen – also Handgepäck – haben wir unsere Sachen locker verstaut bekommen. Darüber hinaus haben wir noch ein paar „Dicke Sachen“ für die kühle Südspitze von Südamerika in zwei Tüten gepackt – diese wollen wir zum Ende der Reise abwerfen – wenn wir wieder auf unserer Barfussroute sind werden wir sie nicht mehr brauchen.

Am Vormittag findet dann die erste Lesung statt, die Ostdeutsche Schauspielerin Petra Nadolny bekannt wohl vor allem aus „Switch reloaded“ liest abgeschlossene Kapitel aus ihrem Buch: „Alles Neiße, Oder?“ über ihre Kindheit in Mecklenburg Vorpommern und das Erwachsenwerden in Leipzig. Da wir – obwohl wir Wessis sind – einen tieferen Bezug zu Ostdeutschland haben – zum einen weil ich 1991 für fünf Monate in Ostberlin gearbeitet habe – entsandt zum sogenannten „Aufbau Ost“ – zum anderen, weil wir bei unserer Bootsreise 2009 mit unserem damaligen Trailer – Motorboot unsere Liebe zur Mecklenburgischen Seenplatte entdeckt haben und seitdem dort regelmässig ein paar Wochen im Jahr verbringen.

Zum Abendprogramm steht diesmal Marc Gettmann auf dem Programm, ein Mentalist und Zauberkünstler – bekannt aus Funk und Fernsehen – der seine Fähigkeiten auf der Theatriumbühne präsentiert.

Mentalist Marc Gettmann in Aktion
Die zweite Person hebt mit verbundenen Augen zeitgleich die Hand mit seiner Partnerin, wenn Marc Gettmann diese mit dem Finger berührt. Wie das funktioniert kann ich nicht erraten, es klappt jedoch 100prozentig.

Er kombiniert nach eigener Aussage Zauberkunst, Psychologie, Beobachtung und geschickte Täuschung und kann so scheinbar Gedankenlesen. Er holt sich aus dem Publikum einige Gäste und läßt sie an eine Person denken von der er ihnen dann Vornamen, Geburtsdatum und persönlichen Bezug richtig benennt.

Das ist ebenso verblüffend wie unterhaltsam. Es wird einen weiteren Auftritt geben, darauf freuen wir uns schon.

PS: Wenn von den Tagebuchlesern jemand eine Idee hat – gerne in den Kommentar schreiben – bin für Hinweise dankbar.

Schliek Kapverden
Reisetagebuch Herbst 2026 - AIDAsol - Auf dem Weg nach Afrika 7

Am zweiten Seetag – es ist übrigens ein Montag – stimmt uns Lektor Heiko Schliek auf den morgigen Besuch von Mindelo auf den Kapverden ein. Die Kapverden sind ein Inselstaat vor der afrikanischen Küste mit 9 bewohnten Inseln. Wir besuchen davon die Insel Sao Vicente.

Bei der Überfahrt mit der ARC über den Atlantik ist ein Teil der Boote – wie eint Kolumbus – mit Zwischenstopp über die Kapverden gesegelt. Wir haben uns damals dagegen entschieden – jetzt werden wir die Inselgruppe also doch noch kennen lernen.

Vogel
Der kleine Flussregenpfeifer hat sich ins Brauhaus auf die AIDAsol verirrt.

Während wir im Brauhaus unseren Nachmittagskuchen genießen begegnen wir einem Flussregenpfeifer, der auf der AIDAsol zwischengelandet ist. Wir kreuzen seine Flugroute nach Afrika. Da er in der Regel nachts fliegt ruht er sich tagsüber auf einem Rastplatz aus – das Schiff mit seinen vielen Menschen ist ihm deutlich nicht geheuer. Die Crew fängt ihn ein und bringt ihn zurück an Deck, damit er seine Reise fortsetzen kann.

Der Flussregenpfeifer bringe ich in Erfahrung ist in Deutschland beheimatet und überwintert in Afrika zwischen der Sahara und dem Äquator – er legt dabei im Frühjahr und im Herbst rund 6000 bis 10000 Kilometer zurück. Beeindruckend für so einen kleinen Vogel – ich muss gestehen, dass ich so einen Flussregenpfeifer in Deutschland noch nie als heimischen Vogel wahrgenommen habe… Wie ich nachlese ist er auch nur zur Brutzeit von April bis Juli zugegen – vielleicht deshalb…

Auf dem Abendprogramm steht diesmal Terrel Woodbury – ein Sänger aus den USA.

Terrel Woodbury
Terrel Woodbury bringt Stimmung und Bewegung ins Theatrium.

Er bringt das Theatrium sofort in Stimmung – da er einige Zeit in München gelebt hat, spricht er sehr gut Deutsch mit bayrischem Akzent und fordert so die Gäste zünftig zum Mitmachen auf. Kombiniert mit seiner Stimmgewalt und seinem vielfältigen Repertoir bringt er den Saal zum Kochen und Tanzen und aus der 45-minütigen Show wird ein über einstündiger Auftritt.

Dann heißt es „Gute Nacht“ denn wir laufen schon morgens in aller Herrgottsfrühe in Mindelo ein…

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