Unsere Reise

Segel – Inselhopping Kanaren: Gran Canaria – La Palma – El Hierro – La Gomera – Teneriffa

19. Reise – 24.08. – 12.09.2023

Nach mehreren Crews und einer längeren Verweilzeit in der Marina von Las Palmas – wo wir viele schöne und informative Kontakte mit anderen deutschen Schiffscrews hatten, machen wir uns wieder auf, um auch die südlichen Inseln der Kanaren zu erkunden.

Ursprünglich wollten wir La Palma auslassen, da diese Insel am weitesten abseits liegt, doch nachdem mehrere Langfahrer uns diese Insel besonders ans Herz gelegt haben, entschließen wir uns, La Palma anzufahren.

So brechen wir am 24.08.2023 zu Zweit von Gran Canaria nach La Palma auf.

Marina Las Palmas – Gran Canaria

Marina Las Palmas – hierhin werden wir Anfang November zur ARC zurückkehren.

Überfahrt

Um nach La Palma zu gelangen passieren wir oberhalb (nördlich) erst Gran Canaria, dann Teneriffa – das zu diesem Zeitpunkt im Norden bereits wochenlang brennt.

Wir sind gespannt, ob wir davon auf dem Meer etwas mitbekommen – werden wir Flammen sehen oder Rauch riechen?

Da der Wind kontinuierlich aus Norden bläst, also auf die Inseln zu – bekommen wir von dieser Naturkatastrophe aber nichts mit.

Am Abend können wir den Sonnenuntergang noch bei ruhiger See genießen.

Wir versuchen so viel Höhe zu laufen wie möglich um die Nordspitze von Teneriffa ohne Kreuzen zu erreichen. Andererseits müssen wir das Verkehrstrennungsgebiet zwischen Gran Canaria und Teneriffa beachten, welches wir nur im rechten Winkel queren dürfen. Hier haben die großen Pötte, anders als sonst auf dem Meer, Vorfahrt und wir müssen ausnahmsweise ausweichen. Genau bei der Einfahrt in das Verkehrstrennungsgebiet kreuzt sich unser Kurs mit einem Ozeanriesen und einer Schnellfähre. Drei Boote begegnen sich an einem Punkt auf dem offenen Meer, eigentlich unglaublich.

Später dreht der Wind und kommt nun genau von vorne. Gegen Mitternacht kommen wir in schwere See durch den Düseneffekt zwischen den beiden Inseln Gran Canaria und Teneriffa steigt der Wind kontinuierlich an und erreicht über 30kn – in Spitzen bis über 40 kn.

Um auf die Toilette zu gehen, mussten wir sogar zwischenzeitlich mal die Fahrt reduzieren, damit das Boot nicht so sehr in den hohen Wellen stampft.

Nachdem wir das Kap umrundet haben, gibt sich die See wieder versöhnlich. Der Wind schwächt sich zunehmend ab und am Morgen müssen wir sogar eine Weile die Motoren anwerfen, schließlich wollen wir bis zum Abend am Ziel sein.

Ruhige See und Angelerfolg – so schön kann Segeln sein.
Ein Goldmakrele – oder Mahi- Mahi – nicht sehr groß, ein schlanker Fisch – aber eine Delikatesse – die Bernd nicht teilen muss, da ich ja keinen Fisch esse.

La Palma

Gegen 16 Uhr erreichen wir nach 25 Stunden Fahrt für 143 Seemeilen bei leichtem Regen und bewölkten Himmel die Marina von La Palma.

Wir nähern uns La Palma – die Insel ist verhangen und bewölkt.
Zur Einfahrt in die Marina müssen wir ein Senktor passieren, welches nach Anfunken für uns geöffnet wird.
Einfahrt Marina La Palma – gelegen direkt in der Hauptstadt der Insel Santa Cruz de la Palma.
Obwohl die Marina nicht sehr voll ist, werden wir in die hinterste Box gelotst – aber leicht kann ja jeder….

Bei unserer Ankunft ist es sehr windstill, aber die nächsten Tage wird es ganz schön wellig und wir verstehen, wozu es in dieser Marina das Senktor gibt.

Von der Marina sind es nur ein paar Schritte in die Altstadt von Santa Cruz de la Palma.
Ein zauberhaftes Städtchen mit vielen schönen restaurierten alten Häusern.
Museo Naval – Barco de la Virgin

5 Tage leihen wir uns einen Mietwagen um die Insel zu erkunden – dazu ein gesonderter Bericht

Am 02.09.2023 heißt es für uns wieder Leinen los – wir segeln weiter nach El Hierro. Auf Anruf wird das Hafentor für uns wieder abgesenkt und wir haben freie Fahrt.

El Hierro

Ausfahrt aus der Marina von La Palma – unsere Fendersöckchen sehen vom Salzwasser schon ganz mitgenommen aus…
Bei strahlendem Sonnenschein und optimalen Wind segeln wir die Tagesdistanz zwischen den beiden Inseln
Gegen Abend erreichen wir El Hierro – Anfahrt auf die Ostküste.

Da die Auswahl der Ankerplätze sehr eingeschränkt ist, entschliessen wir uns, in der Marina in Puerto de la Estaca anzulegen. 57,5 Seemeilen haben wir zurückgelegt.

Einfahrt in die kleine Marina von Puerta de la Estaca – Platz ist ausreichend vorhanden.

Da keiner auf unsere Funksprüche antwortet und auch kein offizieller vor Ort ist, suchen wir uns eine Box aus und machen fest. Die Marine wird von der Port Police betreut; die hat es aber offenbar nicht eilig. Erst am kommenden Tag sollen wir jemanden finden um uns anmelden zu können – hier läuft alles ganz entspannt.

In unserer Anlegebox werden wir gleich von Wouter und Brigitte aus den Niederlanden von der LANGA begrüsst.

Eine gute Gelegenheit für einen gemütlichen Sundowner um sich unter Langfahrern auszutauschen und einen gemütlichen Grillabend.

Ein Grillabend nicht ganz ohne Pannen, denn die Schweinerippchen, die uns im Laden so angelacht haben, verwandeln sich auf dem Grill nicht in leckere Spare Rips, sondern in ungeniessbare Krustenbrocken.

Des Rätsels Lösung: es hat sich um Pökelfleisch gehandelt – was wir weder gesehen, noch damit gerechnet haben.

Die Marina liegt sehr abgelegen, gelegentlich fährt ein Bus in den nächsten Ort.

Da wir aber auch hier für 3 Tage einen Wagen gemietet haben, der zur Marina gebracht wird, sind wir mobil und können die Insel ausgiebig erkunden.

Ein ausführlicher Bericht dazu folgt.

Am 08.09. werfen wir in El Hierro die Leinen los und segeln weiter nach zur nächsten Insel: La Gomera

La Gomera

Blick zurück auf El Hierro.
Der Skipper begutachtet die Ankerkralle, die hat sich verbogen, mal sehen, wie lange sie noch hält.
Blick von La Gomera – auf den Teide – höchster Berg der Insel Teneriffa
Wir ankern vor Playa de Santiago.

Auf einer Tagesfahrt von 42 Seemeilen erreichen wir unseren Ankerplatz in La Gomera. Nach den vielen Besichtigungstouren mit dem Auto und den vielen Eindrücken von La Palma und El Hierro lassen wir es hier erst einmal ruhig angehen.

La Gomera wollen wir in den nächsten Wochen noch öfters besuchen und so hängen wir hier erst einmal drei Tage auf dem Boot ab und geben uns lazy.

Bevor wir abreisen wollen wir uns doch nochmal den kleinen Ort Playa de Santiago ansehen.
Die Playa ist hier ein Kiesstrand – in der Ferne dümpelt unsere Joline.

Am 12.09. setzen wir dann über zur nächsten Insel – 33 Seemeilen trennen uns noch von der von uns für die nächsten vier Wochen gebuchten Marina San Miguel im Süden der Insel Teneriffa.

Teneriffa Süd

Blick zurück auf La Gomera.

Unterwegs sichte ich einen weissen Schwimmkörper, den wir zunächst für einen Fender halten. Also leiten wir erst einmal ein „Mann über Bord – Manöver“ ein, um sie einzufangen – so einen Fender kann man ja immer gebrauchen…

Was wir dann allerdings an Bord gezogen haben war eine Styroporboje. Aber Bernd hat gleich eine Verwendung.

Sofort zum Werkzeugkasten gegriffen und das Styroporstück in die richtige Form gebracht…
Fertig ist unsere Markierungsboje – die fehlte uns noch für die Sicherheitsausstattung zur ARC.
Wir checken ein in der Marina Amarilla oder San Miguel.

Der bestellte Wassermacher, der uns in Gran Canaria verpasst hat und das dort bestellte Starlink – Internet a la Elon Musk per Satellit – warten schon auf uns und werden direkt an Bord gebracht.

Joline findet hier nun für 4 Wochen eine Heimat während wir uns für 24 Tage aufmachen per Flugzeug Portugal zu erkunden.

Blick auf die Marina Amarilla in Teneriffa Süd vom Flieger aus.

275,5 Seemeilen haben wir auf unserer 19. Reise gemeinsam zurückgelegt und dabei 5 Inseln besucht.

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